In der letzten News zur SOD haben wir bereits das Enzym GPX1 kurz kennengelernt. Der Körper benutzt die sogenannte Glutathion-Peroxidase (GPX), um Wasserstoffperoxid mittels Glutathion und eben dem Enzym GPX zu Wasser zu entschärfen. Ein typisches Kennzeichen für ein langsam arbeitendes GPX-Enzym ist die Geruchsempfindlichkeit. Ich habe eine leichte Einschränkung beim GPX, also heterozygot. Das bedeutet, ein Allel ist betroffen von der langsamen Ausprägung, nicht beide. Und trotzdem habe ich schon immer Probleme gehabt mit intensiven Gerüchen. Seien es Parfüm, Abgase oder Benzindämpfe beim Tanken.

Das kommt daher, dass das Enzym GPX in eine ganze Reihe von Entgiftungsprozessen involviert ist und mein Körper Wasserstoffperoxid langsamer abbauen kann als bei einem Menschen, bei dem das GPX die schnelle Ausprägung hat. Zudem ist GPX auf ein wichtiges Spurenelement angewiesen, was in Deutschland – neben Jod – im Dauermangel ist. Die Rede ist von:


Selen


Damit die GPX normal funktionieren kann, muss der Körper einen guten Selenspiegel haben, was leider nicht oft der Fall ist, da die Böden in Deutschland arm an Selen sind. Gemäß der Studie von David Hughes beträgt der durchschnittliche Selenwert im Blut der Deutschen gerade mal 74 mcg/l bei Männern und 73 mcg/l bei Frauen.




Der Idealwert ist ungefähr doppelt so hoch und ist nicht nur für die GPX wichtig. Wobei es auch das GPX-Enzym ist, welches in der Schilddrüse das dort entstehende Wasserstoffperoxid zu Wasser entschärft. Sofern Sie keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, wird es in Deutschland auch sehr schwer, diesen Wert zu erreichen.

Das GPX-Enzym ist darüber hinaus auch beim Abbau von Stress involviert. Wenn die GPX nicht gut funktioniert, ergrauen Ihnen die Haare früher. Das mag zunächst nur ein optisches Problem darstellen. Doch was Sie nicht sehen, sind die Oxidationen im Körper, die Sie ganz sicher nicht wollen und die auch ganz einfach abzumildern sind. Lassen Sie Ihren Selenstatus im Blut bestimmen und nehmen Sie täglich Selen in der richtigen Menge zu sich, so dass Ihr Blutspiegel bei ca. 150 mcg/l liegt. Ihre Entgiftungsenzyme danken es Ihnen, indem diese nun Radikale wesentlich schneller abbauen können, selbst wenn Sie, wie ich, eine langsamere Ausprägung besitzen.

Was in der unten genannten Studie zudem gefunden wurde, ist ein möglicher Zusammenhang zwischen Darmkrebs und einem schlechten Selenstatus. Nach dem Lesen der News dürfte der Zusammenhang klar sein. Ein identischer Zusammenhang hat sich auch bei Brustkrebs finden lassen. Ein niedriger Selenspiegel geht mit einem höheren Risiko für Brustkrebs einher. Das liegt auf der Hand, wenn man dem Körper nicht die Möglichkeit gibt, Radikale effektiv abzubauen.

Wer wissen möchte, wie man inzwischen recht einfach seine SNPs und somit seine Einschränkungen ermitteln und auswerten kann, dem lege ich mein Buch „Hör auf Deine Gene“ in der 2. Auflage ans Herz, welches auch hier im Shop erhältlich ist.

Quelle:
Selenium status is associated with colorectal cancer risk in the European prospective investigation of cancer and nutrition cohort, David Hughes et al., 2014, DOI: 10.1002/ijc.29071


Über den Autor:


“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”