Wer kennt sie nicht, die Senioren, die immer wieder sagen: „Da kann man nichts machen, das ist eben das Alter“. Ganz gleich, ob es um Diabetes, Demenz oder Darmträgheit, um Herzbeschwerden oder Hüftarthrose geht…..Mit diesem weit verbreiteten Mythos räumte jetzt eine spektakuläre US-Langzeitstudie im Fachjournal „Geriatrics“ auf.

In der Studie mit mehr als 11.000 Probanden ab 65 Jahren hatten die Wissenschaftler Becca R. Levy (Psychologie-und Epidemiologie-Professorin) und Martin D. Slade (Langlebigkeitsforscher) von der Yale University in New Haven, Connecticut (USA), scheinbar Unglaubliches nachgewiesen: Fast die Hälfte der Probanden (45,15 Prozent) wurde im Laufe von bis zu 12 Jahren geistig und/oder körperlich fitter (gemessen an der Gehgeschwindigkeit) und erlebte in mindestens einem Bereich eine deutliche Verbesserung.

Im Einzelnen verbesserten sich bei 31,88 Prozent der Teilnehmer mit zunehmendem Alter die geistigen Fähigkeiten, bei 28 Prozent nahm das Geh-Tempo zu. Bezieht man die Daten der Senioren mit stabilen Werten während der 12-jährigen Studie mit ein, ergibt sich sogar ein Wert von 51,06 Prozent für den Anteil der Probanden mit verbesserter geistiger Leistungsfähigkeit sowie 37,56 Prozent mit energischerem Schritt-Tempo.

Den Grund, warum sich bei einigen Probanden aber dieser Werte nicht verbesserten, während andere gleichzeitig geistig und/oder körperlich fitter wurden, vermuten die Autoren in der Erwartungshaltung an das Älterwerden. Zu Beginn der Studie war nämlich auch die allgemeine Haltung der Menschen an das Altern erfragt worden: Sahen sie den nächsten Jahren positiv entgegen oder waren sie eher negativ gestimmt (nach dem Motto: Keiner braucht mich mehr)?

Das Ergebnis war deutlich: Probanden, die dem Altern positiv gegenüber standen, zeigten auch eine signifikante Verbesserung ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten – im Vergleich zu ängstlichen oder negativ eingestellten Teilnehmern. „Unsere Forschung zeigt, dass es noch eine Reservekapazität für Verbesserungen im Alter gibt“, sagt Studienautorin Becca Levy. Alleine diese positive Einstellung erzeuge schließlich einen Schneeball-Effekt: Die Zuversicht fördert die geistige und körperliche Gesundheit, was wiederum die positive Einstellung zum Alter stärke, was wiederum eine Aufwärtsspirale in ein fitteres und geistig gesünderes Senioren-Leben erzeugt... Oder kurz zusammengefasst: Alter, da geht noch was… und zwar viel!

Warum sich dieser verblüffende Happy-Healthy-Aging-Effekt erst jetzt in Studien zeigt, erklären die Autoren so: Die meisten Studien fokussieren sich lediglich auf den geistigen und körperlichen Abbau im Alter – und Durchschnittswerte scheinen oft eher auf eine Verschlechterung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten hinzudeuten. Was aber beim genaueren Blick auf die Probanden-Daten nicht stimmt, wie jetzt diese Studie zeigt: Jeder Mensch ist eben seines glücklichen Alters Schmied.

PS: Strunz-Lesern dürfte diese Botschaft mit der positiven mentalen Einstellung, kombiniert mit u.a. Bewegung, nicht fremd sein: Sie ist Grundbaustein seiner „Forever Young“-Philosophie und seines Bestellers „Forever Young – das Erfolgsprogramm.“




Quellen:

Gesund alt werden – die Hälfte kann’s.
Becca R. Levy, Martin D. Slade. Aging Redefined: Cognitive and Physical Improvement with Positive Age Beliefs. Geriatrics, 2026; 11 (2): 28 DOI: 10.3390/geriatrics11020028

https://www.sciencedaily.com/releases/2026/06/260620100428.htm