Dass ich damit Recht habe, durften Sie kürzlich live im Fernsehen verfolgen. Es klingt erzieherisch, trifft aber den Nagel auf den Kopf: Wo ein Wille, da ein Weg.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika wurden wir Zeuge von zwei Spielen, die den deutschen Fußball auf den Kopf stellen sollten. Nicht nur das. Sie bewiesen auch, was Willenskraft im Sport bewegen kann.
Folgende Informationen würde ich gerne ohne Kommentar im Raum stehen lassen:
Vor dem Achtelfinale wurde der Kader Deutschlands von Transfermarkt auf rund 947 Millionen Euro geschätzt, der Paraguays auf 154 Millionen Euro. Damit stand einer der wertvollsten WM-Kader einem Team gegenüber, dessen Marktwert nur etwa ein Sechstel so hoch war.
Dagegen kann nicht einer unserer Olympia-Sieger, Weltmeister, World-Games Sieger, noch Weltrekordhalter anstinken. Die meisten großen Namen leben mit einer soliden Spitzensportförderung der Bundeswehr und erarbeiten sich zusätzlich durch Werbeverträge und Sponsorings einen gewissen Lebensstandard, der einem Sportlerleben gerade so gerecht wird.
Jaja, Brot und Spiele. Verstehe ich doch auch. Wo die Masse hinsieht, darf auch Geld fließen, ohne Frage.
Aber!
Wird hier nicht deutlich, dass Erfolg im Sport nicht ursächlich an Gelder geknüpft ist? Und ganz besonders, dass Geld, von einer soliden Grundlage ausgehend, nicht über Sieg und Niederlage entscheiden kann? Ist es vielleicht sogar das Gegenteil? Lassen sich Neid und Wut mit Träumen kondensieren, um daraus einen Sieg zu extrahieren?
Liebe Fußball-Fans, nehmt diese bittere Niederlage mit in die nächsten Jahre. Nutzt es und haltet die Augen auch über dem Tellerrand offen. Der deutsche Sport lebt nicht nur vom Fußball. Er lebt von Menschen, die mit Leidenschaft, Disziplin und einem unerschütterlichen Glauben an sich selbst Unmögliches möglich machen. Im Kopf wird gewonnen! Und dafür braucht es drei Grundlagen:
Freude. Freude ist der Funke. Wer ihn jeden Tag sucht, hält das innere Feuer am Brennen.
Wille. Wer weiß, wohin er will, findet auch den Weg.
Selbstreflexion. Niederlagen sind Spiegel. Wer hineinschaut, erkennt nicht nur seine Fehler, sondern auch den nächsten Schritt.
Hier beginnt Wachstum. So entstehen Sieger. Und ich bin mir sicher, dass Paraguay und Ecuador unserer National-Elf in dieser Hinsicht einiges Voraus hatten.