Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll, aber sie wirken nur begrenzt, solange die Ernährung nicht stimmt. Kein Vitamin und kein Mineralstoff aus der Kapsel gleichen aus, was auf dem Teller fehlt. Und beim Teller kommt es nicht allein auf ausreichend Proteine und hochwertige Fette an. Auch die Qualität des Gemüses zählt, das einen großen Teil der täglichen Ernährung ausmachen sollte.
Weniger Pestizide auf dem Teller
Bio-Gemüse wächst ohne synthetische Pestizide und Kunstdünger. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass es im Schnitt weniger Pestizidrückstände und weniger Cadmium trägt. Auch der Nitratgehalt liegt niedriger. Bei einigen sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen und bei Vitamin C finden sich zudem etwas höhere Werte, auch wenn diese Unterschiede meist bescheiden ausfallen.
Konventionelles Gemüse ist deshalb nicht wertlos. Es liefert nach wie vor Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Der größte messbare Unterschied liegt weniger bei den Nährstoffen als bei der Schadstoffbelastung.
Was der Körper wirklich merkt
Am deutlichsten zeigt sich der Effekt im Urin. Wer auf Bio-Kost umstellt, scheidet nachweislich weniger Pestizid-Abbauprodukte aus. Das ist bedeutsam, denn eine dauerhafte Pestizidbelastung gilt als einer der Wege, über die Ernährung und Krankheitsrisiko zusammenhängen. ( Siehe News vom 20.07.2026)
Frisch schlägt weit gereist
Und wie steht es um Bio-Gemüse aus fernen Ländern? Hier geht es weniger um das Bio-Siegel als um Frische. Mit jedem Tag zwischen Ernte und Verzehr gehen empfindliche Stoffe verloren, allen voran Vitamin C und einige Polyphenole. Lokales Gemüse, das rasch auf den Teller kommt, hat deshalb oft die Nase vorn. Auf Wochenmärkten gibt es häufig Stände von Landwirten, die dort ohne Zwischenhändler ihr Gemüse verkaufen. In einigen Regionen gibt es auch sogenannte solidarische Landwirtschaften oder Gemüsekisten als Vermarktungswege lokal erzeugten Gemüses. Noch besser, aber nicht für jeden realisierbar, ist Gemüse aus dem eigenen Garten.
Frisch, regional und wenn möglich in Bio-Qualität. So schaffen Sie das Fundament, auf dem Nahrungsergänzungsmittel überhaupt erst wirken können.
Quellen:
Barański M, Srednicka-Tober D, Volakakis N, et al. Higher antioxidant and lower cadmium concentrations and lower incidence of pesticide residues in organically grown crops: a systematic literature review and meta-analyses. Br J Nutr. 2014;112(5):794-811.
Smith-Spangler C, Brandeau ML, Hunter GE, et al. Are organic foods safer or healthier than conventional alternatives?: a systematic review. Ann Intern Med. 2012;157(5):348-366. doi:10.7326/0003-4819-157-5-201209040-00007
Vigar V, Myers S, Oliver C, Arellano J, Robinson S, Leifert C. A Systematic Review of Organic Versus Conventional Food Consumption: Is There a Measurable Benefit on Human Health?. Nutrients. 2019;12(1):7. Published 2019 Dec 18. doi:10.3390/nu12010007