Forscherinnen und Forscher haben etwas Merkwürdiges entdeckt. Sie haben jedes Jahr über eine Million Jugendliche aus 37 Ländern gefragt, wie sie sich in der Schule fühlen. Ob sie sich einsam fühlen oder das Gefühl haben, gute Freunde zu haben und dazuzugehören.
Über viele Jahre hinweg blieben die Antworten gleich. Und dann, ab dem Jahr 2012, änderte sich alles. In 36 von 37 Ländern fühlten sich immer mehr Jugendliche einsam. Bis zum Jahr 2018 stieg die Zahl derjenigen, die angaben, sich einsam zu fühlen, und war dann fast doppelt so hoch wie vor 2012.
Jugendliche in vielen verschiedenen Ländern, die weit voneinander entfernt liegen, wie Deutschland, Japan, Chile und Finnland, fühlten sich fast zeitgleich einsamer.
Das ist wirklich seltsam. Denn Länder sind sehr unterschiedlich. Wenn in einem Land ein Krieg ausbricht oder viele Menschen arm werden, geht es den Kindern und Jugendlichen dort schlechter, aber nicht in anderen Ländern. Es muss also etwas passiert sein, das überall gleichzeitig passiert ist.
Was war 2012 los?
Um 2012 herum hatten plötzlich sehr viele Menschen ein Smartphone. Zuvor gab es Handys, mit denen man telefonieren konnte. Danach gab es immer mehr Smartphones, auf denen Apps wie Facebook oder SchülerVZ liefen, in denen man Fotos und Videos von anderen anschauen konnte. Instagram wurde 2012 gerade erst gestartet. Wenn du noch nie etwas von SchülerVZ gehört hast, ist das kein Wunder, denn es gibt die Plattform nicht mehr.
Die Forscher können nicht beweisen, dass Handys die Schuldigen sind. Es könnte auch etwas anderes der Grund dafür sein, dass sich plötzlich viel mehr Jugendliche in so vielen Ländern alleine gefühlt haben als zuvor. Der Zeitpunkt passt jedoch ziemlich genau, weshalb die Forscher nun genauer untersuchen, wie sich die Nutzung eines Smartphones auf die Gefühle auswirkt.
Doch wie kann ein Smartphone einsam machen?
Es gibt einige Vermutungen. Wer viel am Handy sitzt, trifft weniger Freunde in echt. Man schläft schlechter, weil man abends noch scrollt. Man vergleicht sich ständig mit den Bildern anderer, deren Leben auf den Fotos supertoll aussieht. Und der Streit unter Kindern hört nicht mehr auf, wenn die Schule aus ist, sondern geht im Chat weiter.
Und was heißt das für dich?
Du entscheidest nicht, ob und wann du ein Handy bekommst. Das entscheiden deine Eltern, und das ist auch gut so. Wenn du dann ein Handy hast, ist es wichtig zu wissen, dass es nicht glücklicher macht, auch wenn es zunächst Spaß macht, auf dem Handy Spiele zu spielen oder sich etwas anzusehen. Wenn du das über längere Zeit oder sogar Stunden machst, fühlst du dich danach wahrscheinlich schlechter als vorher, wie die meisten Kinder.

Du kannst selbst zwei Versuche machen:
- Bevor du am Handy spielst, schreibe auf ein Blatt Papier, wie es dir geht. Versuche dabei auch zu beschreiben, wie es deinem Körper geht, wie viel Energie du hast und ob du gerade gerne springen oder laufen würdest.
- Das Gleiche machst du, nachdem du fertig gespielt hast. Schreibe auf das gleiche Blatt Papier, wie es dir geht. Versuche auch hier wieder, zu beschreiben, wie es deinem Körper geht, wie viel Energie du hast und ob du gerade gerne springen oder laufen würdest. Schreibe auch auf, was du während der Zeit, die du am Handy verbracht hast, erlebt hast.
- Wenn du magst, kannst du auch deine Eltern bitten, das Gleiche zu tun, bevor und nachdem sie am Handy gescrollt haben.
Du kannst auch noch einen anderen Versuch machen, und zwar, wie es dir geht, wenn du mit anderen Kindern oder Jugendlichen spielst oder dich triffst.
- Schreibe auf ein Stück Papier, wie es dir geht, bevor du deine Freunde triffst.
- Wenn du wieder allein bist, schreibe erneut auf, wie es dir geht, und notiere auch, was du mit deinen Freunden erlebt hast.