Es muss nicht immer gleich eine OP sein… Zahlreiche nicht-invasive Therapien wie Ultraschall-Behandlungen, Stoßwellen oder Hydrotherapie versprechen Linderung bei Kniearthrose und eine Verminderung der Bewegungseinschränkung. Etwa fünf Millionen Deutsche leiden unter dem Knorpelverschleiß und und Schmerzen; viele schlucken deshalb häufig Schmerzmittel (NSAR, Paracetamol). Lässt sich das durch konservative Therapien reduzieren, und wie gut helfen „sanfte“ Therapien den Gelenken wieder schmerzfrei auf die Sprünge?
Das wollten chinesische Forscher wissen und werteten in einer Metaanalyse die Daten von fast 10.000 Kniearthrose-Patienten aus 139 Studien aus. Geprüfte wurden die Effekte von 12 nicht-invasiven Interventionen, darunter Elektrostimulation, Laser-Therapie, Wassergymnastik (Hydrotherapie), Schuheinlagen und Knie-Orthesen sowie Kinesio-Tapes. Die Resultate, publiziert in PLOS ONE, verblüfften.
In Sachen Schmerzlinderung, Kniefunktionen und Verringerung der Gelenksteifigkeit lagen Knieorthesen, Hydrotherapie und Bewegungsübungen vorne. Wassergymnastik verringerte die Schmerzen deutlich, und auch allgemeine Bewegungstherapien förderten die Kniebelastbarkeit und reduzierten die Schmerzen. Hochintensive Lasertherapien sowie Stoßwellen-Behandlungen konnten moderat bei der Schmerzreduktion punkten. Am schlechtesten schnitten in der Studie Ultraschall-Anwendungen ab.
Die Autoren erklären die hilfreichen Effekte von Knieorthesen damit, dass diese schnell das Bewegungsmuster des Knies und die biomechanische Gangeffizienz verbessern, sowie das Knie insgesamt stabilisieren. Ihr Fazit: „Knieorthesen, Hydrotherapie und Bewegung sind die wirksamsten nicht-medikamentösen Behandlungen bei Kniearthrose. Sie lindern Schmerzen und verbessern die Beweglichkeit – ohne die mit gängigen Schmerzmitteln verbundenen gastrointestinalen oder kardiovaskulären Risiken.“
Übrigens: Knieorthesen sind orthopädische Hilfsmittel, die das Knie von außen stützen, entlasten und stabilisieren. Es gibt harte Knieschienen, die z.B. nach Kreuzbandrissen eingesetzt werden, und weiche Modelle. Aber auch bequemere leichte und flexible Kniebandagen haben ihren Nutzen bereits bewiesen: In einer Studie der britischen University of Manchester mit 126 Probanden, die unter einer Arthrose der Kniescheibe litten, zeigten leichte elastische Kniebandagen, die die Kniescheibe stützten, gegenüber einer Nicht-Behandlung schon nach sechs Wochen eine signifikante Überlegenheit in Sachen Schmerzlinderung, Beweglichkeit und Kniestärkung.
Mein Senf dazu: Was rastet, das rostet; das gilt auch für das Kniegelenk. Bewegung ist eben die beste Medizin – und wieder einmal zeigte sich, dass simple Hilfsmittel, die diese Bewegung ermöglichen, oft mindestens ebenso hilfreich sind wie Hightech-Behandlungen. Denn: Kraft nimmt Schmerz.
Mehr dazu hier: https://www.strunz.com/news/kniearthrose-was-tun.html
Quellen:
Chen X, Fan Y, Tu H, Luo Y. Clinical efficacy of different therapeutic options for knee osteoarthritis: A network meta-analysis based on randomized clinical trials. PLoS One. 2025 Jun
Manchester University. "Knee bracing can 'significantly' reduce pain of kneecap osteoarthritis, study suggests."
https://www.sciencedaily.com/releases/2013/04/130418213941.htm