Unklar ist, ob das Corona-Virus selbst die Blut-Hirn-Schranke schädigen kann und so zu den typischen Long-Covid Brain-Fog-Symptomen führt, oder ob bei den Betroffenen bereits im Vorfeld eine Schädigung der Halswirbelsäule und daraus resultierend eine Blut-Hirnschranken-Schädigung bestand. Diese sorgt dann als Brandbeschleuniger für Entzündungen im Gehirn.

Im Detail ist das für die Betroffenen oft nicht mehr zu klären. Wichtig ist vielmehr, dass diese Zusammenhänge endlich erkannt, behandelt und nicht mehr belächelt werden. Die Diagnose stellt ein erfahrener Orthopäde mittels eines Upright MRTs sowie einer Blutuntersuchung auf das Hirnschrankenproteins S-100.

Insbesondere bei Reizung der Wirbelsäulenarterien, die im hinteren Nackenbereich durch den Schädelknochen in das Gehirn eintreten und dann das Kleinhirn, die Seh- und Hörrinde und den Hippocampus mit Blut, und somit Nährstoffen und Sauerstoff, versorgen, reagiert das Gehirn mit Ausschüttung von Stickstoffmonoxid-Gas (NO-Gas).

Dies ist eine normale physiologische Gegenreaktion, denn die Gehirnzellen erhalten durch das NO-Gas die Information, dass weniger Versorgungsmaterial (Sauerstoff, Nährstoffe) vorhanden ist und ihre Zellleistung daher gedrosselt werden muss. NO-Gas informiert die Zellen und wirkt zugleich an den mitochondrialen Atmungsketten, indem es die ATP-Synthese drosselt oder vollständig lahmlegt.

Weniger ATP, weniger Leistung.

Im Gehirn merken Betroffene dies eben durch die typischen Brain-Fog-Symptome.

Während strukturelle Schädigungen der Halswirbelsäule oft lebenslang bestehen bleiben, können folgende orthomolekulare Stoffe die Folgeschäden an den Gehirnzellen zumindest abmildern oder gar verhindern:


I. Sauerstoff
Die Sauerstoffzufuhr sollte physiologisch erhöht werden. Vor allem Laufen bzw. schnelles Gehen im Sinne eines Nordic Walkings von mindestens 30 Minuten am Tag erhöht die Sauerstoffzufuhr zu den Mitochondrien des Gehirns. Sauerstoff hemmt die Bindung von NO-Gas und aktiviert so die Mitochondrien zur verstärkten ATP-Bildung.


II. Mitochondrial wirksame Mikronährstoffe
Diese verbessern die Glukoseverwertung in den Mitochondrien und erhöhen so die ATP-Synthese und die Zellleistung:


  • Alpha-Liponsäure (600 mg/Tag)

  • Vitamin B1 (200 mg/Tag), Vitamin B2 (100 mg/Tag), Vitamin B3 (450 mg/Tag, als non-flush, Inositol-gebundes Niacin), Vitamin B12 (1000 mcg/Tag)

  • Coenzym Q10 (z. B. 300 mg/Tag)

  • Magnesium: Magnesiummangel bedeutet ATP-Mangel, daher sind hohe Magnesiumgaben (z. B. 2 x 300 mg/Tag) fast immer hilfreich.

III. Arginin Stickstoffmonoxid wird aus der Aminosäure L-Arginin hergestellt. Bei einer ständigen NO-Gas-Produktion kommt es schnell zu Arginin-Mängel. Erste Symptome sind oft ein plötzlicher Bluthochdruck oder auch Erektionsstörungen. Um dem vorzubeugen, sollte immer auch – laborkontrolliert! – eine L-Arginin-Supplementation erfolgen, z. B. 3 Gramm pro Tag.


In schweren Fällen einer Brain-Fog-Symptomatik können diese Stoffe (mit Ausnahme von Coenzym Q10) zusätzlich zur oralen Einnahme auch infundiert werden.


Quellen:
Bodo Kuklinski, Das Hirnschrankenprotein S-100, Rostock 2006
Bodo Kuklinski, Das HWS-Trauma, Aurum Verlag Stuttgart 2010



Über die Autorin:


"Kyra Kauffmann, Jahrgang 1971, Mutter zweier kleiner Söhne, Volkswirtin, seit 20 Jahren niedergelassene Heilpraktikerin, Buchautorin, Dozentin, Journalistin und seit 3 Jahren begeisterte Medizinstudentin.

Zur Medizin kam ich durch meine eigene schwere Erkrankung mit Anfang 30, bei der mir seinerzeit kein Arzt wirklich helfen konnte. („Ihre Werte sind alle super – es ist alles rein psychisch!“). Hilfe bekam ich von Heilpraktikern, die zunächst einmal eine wirklich gründliche Labordiagnostik durchgeführt haben, ganz nach dem Vorbild von Dr. Ulrich Strunz. Es war eine neue Welt, die sich mir eröffnete und die Erkenntnisse, haben mich sofort fasziniert (ohnehin bin ich ein Zahlen-Daten-Fakten-Fan und habe nicht umsonst das Studium der VWL gewählt). Die Begeisterung war so groß, dass ich meinen alten Beruf an den Nagel hängte und Heilpraktikerin wurde. Meine Praxis führe ich seit 20 Jahren mit großer Begeisterung und bin – natürlich - auf Labordiagnostik spezialisiert und kann so oft vielen Symptomen auf den Grund gehen. In 2 Jahren hoffentlich dann auch als Ärztin.