Es sind am Ende des Tages die einfachen Dinge, die unser Sterberisiko erheblich reduzieren, nämlich so etwas Banales wie ein Spaziergang nach dem Essen, wobei das, was wir Essen, natürlich genauso wichtig ist. Daher landet man immer wieder beim ganzheitlichen Ansatz, doch schauen wir uns eine aus meiner Sicht recht einfache Maßnahme im Detail an.

Das Team um Emmanuel Stamatakis hat in Summe die Daten von 33560 Teilnehmer im Alter von 55 bis 69 Jahren über einen Zeitraum von 8 Jahren ausgewertet hinsichtlich der Länge des Spaziergangs, in dem die Teilnehmer den großen Anteil ihrer täglichen Schritte gegangen sind. Dafür hat das Forscherteam die Teilnehmer eingeteilt in Spaziergänge unter 5 Minuten, 5 bis 10 Minuten, 10 bis 15 Minuten oder länger als 15 Minuten. Diese verschiedenen Kategorien haben sie dann nach 8 Jahren ausgewertet im Hinblick auf Gesamtsterblichkeit oder das Risiko einer koronaren Herzerkrankung. Was mich bei solchen Auswertungen tatsächlich verblüfft: welche Tragweite ganz offensichtlich diese kleine Tätigkeit bereits hat. Denn schauen wir auf den Graphen, der das Risiko darstellt, in den acht Jahren einen Zwischenfall in Bezug auf eine Herzerkrankung zu erleiden:



Das Risiko ist in Prozent auf der Y-Achse dargestellt und bedeutet somit: In der Gruppe der Teilnehmer, die täglich einen Spaziergang mit über 15 Minuten wahrgenommen haben, lag das Risiko bei ca. 4 Prozent, also 4 Teilnehmer von 100. In der Gruppe, die täglich einen Spaziergang gemacht haben, der kürzer als 5 Minuten war, lag das Risiko bei ca. 13 Prozent, also dreimal höher. Sehr ähnlich sieht die Auswertung bezüglich der Gesamtsterblichkeit aus:



Hier lag das Risiko, in diesen 9 Jahren zu sterben, bei der Gruppe, die mindestens 15 Minuten am Tag spazieren gegangen ist, bei unter einem Prozent, also weniger als ein Teilnehmer auf 100 Teilnehmer. Hingegen lag das Risiko in der Gruppe, die weniger als 5 Minuten am Tag spazieren gegangen ist, bei 4,36 Prozent, also gut 5-mal so hoch, sprich ein 500 Prozent höheres Risiko im Vergleich.


Was nehmen wir mit?

Es sind häufig die einfachen Dinge, die man eben nur konsequent umsetzen muss, um sein Risiko, zu früh von diesem schönen Planeten wegzugehen, zu reduzieren. Ein Spaziergang, vor allem auch nach dem Essen, sollte genauso selbstverständlich sein wie sich die Zähne zu putzen oder auch einmal am Tag zu meditieren, um einen Moment der Ruhe zu bekommen, Thema Stressmanagement. Und nach nun über 9 Jahren Low-Carb-Ernährung kann ich sagen: Das lässt sich umsetzen und wenn man, wie ich, komplett auf verarbeitetes „Essen“ und Zucker in all seinen Formen verzichtet, dann schafft man es auch kaum noch, sich nicht Low-Carb zu ernähren.



Quelle:

Step Accumulation Patterns and Risk for Cardiovascular Events and Mortality Among Suboptimally Active Adults, Emmanuel Stamatakis et al., 2025, DOI: /10.7326/ANNALS-25-01547




Über den Autor:

“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”


Das Bild zeigt ein Porträt des News-Autors Robert Krug.