Zum Einstieg der Ernährungsumstellung Berberin?
Es gibt eine sehr interessante neue Studie zu dem Nahrungsergänzungsmittel Berberin, ein aus einer Wurzel gewonnener Stoff, der mir bislang „nur“ zum Verbessern von Blutzucker bekannt war. Doch das Team um Elyas Nattagh-Eshtivani hat sich viele verschiedene Studien angeschaut, auch viele, die mit Menschen durchgeführt wurden, und hat dabei eine Vielzahl von Beobachtungen zusammengetragen. Ich stelle die Übersicht vorweg einmal dar:
Viele der Interventionsstudien verliefen dabei ca. 12 Wochen, einige wenige jedoch auch deutlich länger. Die Dosis an Berberin lag in der Regel bei 500 bis 1000 mg pro Tag. Berberin wurde dabei 30 Minuten vor dem Essen eingenommen. Mir fielen dabei vor allem folgende Auswirkungen direkt ins Auge:
- Berberin verbessert die Insulinsensitivität, d.h. Insulin wirkt besser
- Berberin führt zu einer Verringerung der Triglyceride
- Berberin führt zu einer Verringerung des HbA1c-Wertes
- Der Nüchternblutzucker verbessert sich
- Die Oxidation der Blutfette verbessert sich
- Eine Fettleber bessert sich und somit auch Leberparameter
- Der HDL-Wert steigt
- Der HOMA-Index bessert sich, so auch der Harnsäure-Wert
- Der Blutdruck verbessert sich
Man kann die Wirkung somit grob umschreiben mit: Der Stoffwechsel im Menschen verbessert sich und das ist aus meiner Sicht vor allem für Menschen wichtig, die mit Low Carb starten, da zu Beginn diese Werte in der Regel sehr schlecht sind. Um hier schneller zum Erfolg zu kommen, scheint Berberin als Nahrungsergänzungsmittel eine sehr gute Idee zu sein. Denn gerade Frauen nach der Menopause tun sich häufig schwerer, den Insulinspiegel und somit alle Begleiterscheinungen eines gestörten Stoffwechsels, die ich oben aufgelistet habe, zu senken.
Es gibt darüber hinaus auch erste Hinweise, dass Berberin den Verlauf einer Krebserkrankung verbessert, was auch ganz sicher am Insulin liegt, denn dazu habe ich bereits einige Studien in meinem Buch „Der Fastenkompass“ zusammengetragen. Insulin bestimmt sehr entscheidend mit, wie erfolgreich die Behandlung ist bzw. wie hoch das Risiko eines erneuten Auftretens ist.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt bei Berberin, denn Berberin wird generell sehr schlecht im Darm aufgenommen. Das muss jedoch per se aber nichts Schlechtes sein, denn man hat festgestellt, dass sich Berberin positiv auf das Mikrobiom auswirkt, so wie es eine Ernährungsumstellung hin zu echtem Essen eben auch tut.
Was nehmen wir mit?
Wer seit Jahrzehnten nach Strunz isst, den interessiert diese News eher nicht persönlich, doch jeder wird im Bekanntenkreis oder Verwandtenkreis Personen kennen, die sich nicht Low Carb ernähren. Und wenn einer dann doch nach Hilfe fragt, was er tun kann, so ist natürlich die Nahrungsumstellung hin zu Low Carb immer noch der wichtigste Schritt, aber man kann in diesem Atemzug an Berberin denken, um den Erholungsprozess des Körpers zu fördern bzw. zu beschleunigen, insbesondere wenn der Insulinspiegel zu Beginn einer Ernährungsumstellung deutlich erhöht ist.
Quelle:
Berberine’s impact on health: Comprehensive biological, pharmacological and nutritional perspectives, Elyas Nattagh-Eshtivani et al, 2025, DOI: 10.1016/j.metop.2025.100399
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe.
Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise."
”
