Das Alter umkehren? Ein bisschen geht das jedenfalls...
Wir hatten letzte Woche über die Aminosäure Glycin geschrieben und ich hatte bereits die Kombination von NAC mit Glycin erwähnt. Heute schauen wir uns die interessant gestaltete Doppelblindstudie mit insgesamt 36 Teilnehmern an. Das Team um Rajagopal Sekhar hat in Summe 36 Teilnehmer zugelassen. 12 jüngere und laut Studie gesunde Teilnehmer mit 24 älteren Teilnehmern, die über 60 Jahre alt sein mussten. Diese 24 älteren Teilnehmer hat man in zwei Gruppen je 12 Teilnehmer aufgeteilt. Die jüngeren 12 sowie zufällig ausgewählte ältere 12 Teilnehmer haben Glycin und NAC über einen Zeitraum von 2 bzw. 12 Wochen bekommen, hingegen die Placebogruppe die gleiche Menge Alanin bekommen hat. Die Aminosäuren waren in Kapseln abgefüllt. Die jüngere Gruppe hat nur für die erste Nachmessung nach 2 Wochen als zusätzliche Kontrollgruppe gedient. Doch schauen wir uns das Ergebnis einmal an, denn das kann sich sehen lassen. Wir sehen in der Glycin/NAC-Gruppe der älteren Teilnehmer folgende Verbesserungen:
- Insulin verbessert sich von 44,5 auf 15,8 mU/L
- HOMA-Index verbessert sich von 10,8 auf 3,9
- hs C-RP verbessert sich von 4,4 auf 2,6
- TNF-alpha verbessert sich von 103,4 auf 47,1
- Interleukin 6 verbessert sich von 4,6 auf 1,0
Ich sage es mal so: Das sind dramatisch gute Verbesserungen in kürzester Zeit mit nur zwei Aminosäuren über einen Zeitraum von 12 Wochen. Bei den Teilnehmern mit Glycin und NAC hat sich zudem die Griffstärke verbessert, das Gewicht reduziert, der Blutdruck verbessert und die Leistung beim schnellen Gehen.
All diese Verbesserungen wurden in der Kontrollgruppe nicht gefunden, vor allem nicht die dramatischen Verbesserungen hinsichtlich einer metabolischen Erkrankung. Noch eine Anmerkung zum Aufbau der Studie: keiner der älteren Teilnehmer war mit Diabetes Typ-2 vor der Studie diagnostiziert, das war ein Ausschlusskriterium. Was ich beim Auswerten der Daten sehe: Alle älteren Teilnehmer waren weit im Prä-Diabetes vorangeschritten, lediglich die Bauchspeicheldrüse hatte noch nicht aufgegeben, Insulin zu produzieren. Und auch bei den jungen Teilnehmern lag der Nüchterninsulin bereits über den bedenklichen 10 mU/L. Soviel mal wieder zum Thema gesunde Kontrollgruppe.
Was nehmen wir mit?
Es gibt einen einfachen und kostengünstigen Weg, Entzündungen wie auch einen fortgeschrittenen Prä-Diabetes mit all seinen Facetten zu behandeln, d.h. in diesem Fall zu verbessern. Als mein Vater mit einem ähnlichen C-RP-Wert vor einigen Jahren bei seinem Hausarzt war, sagte dieser zu meinem Vater: Was sollen wir da schon machen! Nun ja, wie wäre es, diese beiden Aminosäuren mal über einen Zeitraum von 12 Wochen auszuprobieren!
Quelle: Supplementing Glycine and N-Acetylcysteine (GlyNAC) in Older Adults Improves Glutathione Deficiency, Oxidative Stress, Mitochondrial Dysfunction, Inflammation, Physical Function, and Aging Hallmarks: A Randomized Clinical Trial, Rajagopal Sekhar et al., 2023, DOI: 10.1093/gerona/glac135
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe.
Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise."
”
