Boom! Prädiabetes weg, Risiko für Herzleiden jahrzehntelang halbiert!
Neuigkeiten aus der wiedergeborenen (?) Frohmedizin: Wer es schafft, erhöhte Blutzuckerspiegel binnen eines Jahres in eine dauerhaft gesunde Balance zu bringen und die Insulinsensitivität der Zellen zu verbessern, profitiert davon sogar jahrzehntelang durch ein signifikant verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen! Ein Nüchtern-Blutzuckerwert von unter oder bis zu 97 Milligramm Glukose je Deziliter Blut gilt dabei als Marker für ein reduziertes Herzrisiko – unabhängig von Alter, Gewicht oder Herkunft.
Das zumindest ist das Fazit einer aufsehenerregenden multinationalen Langzeitstudie, an der Forscher aus Deutschland, China, den USA, Großbritannien und Irland beteiligt waren. Publiziert wurde die Arbeit aktuell im Fachjournal „The Lancet Diabetes & Endocrinology“.
Für ihre Studie analysierte das Forscherteam die Langzeit-Gesundheitsdaten von mehr als 2.400 Personen aus zwei der weltgrößten Diabetes-Präventionsstudien: Der US-amerikanischen DPPOS (Diabetes Prevention Program Outcomes Study), die ihre Probanden über 20 Jahre hinweg beobachtete, und der chinesischen DaQingPDOS (DaQing Diabetes Prevention Outcomes Study), die die Gesundheit der Probanden sogar über 30 Jahre hinweg analysierte.
Unter Leitung des Diabetologen und Studienleiters Professor Andreas Birkenfeld von der Universität Tübingen wurden diese Daten zusammengeführt und erneut analysiert, um die Häufigkeit von Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz und auch von Sterbefällen infolge von Herz-Kreislauferkrankungen zu erfassen. Das Resultat ist beachtlich: Menschen, die es geschafft hatten, ihren Blutzuckerspiegel zu normalisieren und den Prädiabetes „umzukehren“, hatten ein um im Schnitt 50 Prozent verringertes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben oder wegen Herzschwäche ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Diese Schutzwirkung bestand auch noch Jahrzehnte später!
Und jetzt der spannende Punkt: Weder Gewichtsabnahme noch eine (nicht genauer definierte) Ernährungsumstellung oder etwas mehr Bewegung alleine führten zu verbesserten Blutzuckerwerten oder einer besseren Insulinempfindlichkeit der Zellen, also einer gesunden Glukosetoleranz. Es sollte schon das Gesamtpaket sein, um den Prädiabetes in die Flucht zu schlagen. Oder, um es vereinfacht zu sagen: Runter mit der täglichen Kohlenhydrat-Dosis – und rein in die Turnschuhe. Und das bitte regelmäßig!
Warum mehr Eiweiß und manche Vitalstoffe auch dazu beitragen können, den Blutzucker wieder auf gesunde Werte zu bringen, lesen Sie hier:
https://www.strunz.com/news/mit-vitalstoffen-bei-hohen-blutzuckerwerten.html
Quellen:
Vazquez Arreola E, Gong Q, Hanson RL, Wang J, Sandforth L, He S, Sandforth A, Qian X, Giacca M, Bornstein SR, Fritsche A, Stefan N, Preissl H, Gregg EW, Marx N, Jumpertz-von Schwartzenberg R, Li G, Birkenfeld AL. Prediabetes remission and cardiovascular morbidity and mortality: post-hoc analyses from the Diabetes Prevention Program Outcome study and the DaQing Diabetes Prevention Outcome study. Lancet Diabetes Endocrinol. 2026 Feb;14(2):137-148.
Über die Autorin:
Marion Meiners ist ausgebildete Verlagskauffrau und Journalistin und arbeitete viele Jahre für Zeitschriften als Redakteurin für Gesundheit und Ernährung. Zusammen mit Labor-Professor Hans-Peter Seelig schrieb sie das Buch „Laborwerte klar und verständlich“.
Ihre Begeisterung für Medizinthemen entdeckte sie in frühen Berufsjahren, nachdem ihr eine Verwandte einen Pschyrembel schenkte. Seither heißt ihr digitales „Wohnzimmer“ PubMed und die Faszination für die Ursachen-Fahndung bei Krankheiten sowie die Effekte von Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit hält an.
Das sagt sie über ihre Tätigkeit:
„Alles hängt mit allem zusammen im Körper. Das ist leider in unserer „Schubladen“-Medizin noch nicht so ganz angekommen. Ein Nährstoffmangel kann etwa ebenso fatale Auswirkung auf alle Organsysteme haben wie z.B. ein kranker Zahn. Umgekehrt kann schon eine veränderte Zusammenstellung der Makro-oder Mikronährstoffe in der Ernährung gigantische therapeutische Effekte entfalten. Welche, und wie gut belegt diese sind – darüber möchte ich informieren.“
