In einem Interview erklärt die Forscherin Elisa Brietzke, wie sie und ihr Team darauf gekommen waren, ihre Studie zu starten, denn sie begannen ihre Arbeit, bevor Prof. Chris Palmer mit seiner bemerkenswerten Studie herausgekommen war (siehe Helfen Sie Professor Chris Palmer!). Elisa Brietzke erklärt, dass sie eine Substanz suchten, um die Entzündungsreaktion bei Patienten mit bipolarer Störung oder Depressionen zu vermindern. Sie kannte aus ihrer Familie einen Fall mit Epilepsie, daher hatte sie die streng ketogene Ernährung als Intervention im Team vorgestellt. Das war im Jahr 2018 und die Veröffentlichung erfolgt nun in diesem Jahr. Da kann man auch einmal sehen, wie viel Zeit in der Forschung vergeht, wenn man zunächst einmal überhaupt einen Geldtopf bekommen muss, um die Studie durchzuführen.

Doch genug der Vorrede, schauen wir uns die Studie an: Man konnte schließlich elf Patienten dazu motivieren, an der Studie über 14 Wochen teilzunehmen. Alle Patienten waren mit schweren Depressionen diagnostiziert, z. T. im Rahmen einer bipolaren Störung. Bei diesen Patienten haben die Medikamente nicht angeschlagen und die Forscher haben ihnen diese Form der Ernährung angeraten anstelle eines neuen Medikamentes. Acht Patienten haben die vollen 14 Wochen hindurch die Ernährung beibehalten.

Aufgrund der geringen Fördermittel konnte die Studie nur mit 11 Patienten starten, von denen 8 die Studie auch beendet haben. Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen, denn 7 von 8 Patienten (87,5 Prozent) vermeldeten eine komplette Remission ihrer Symptome. Und es sei an dieser Stelle noch einmal angemerkt, dass die Patienten unter schweren Depressionen litten und dass bei den Patienten Medikamente nicht mehr geholfen hatten. Zudem beschrieben die Teilnehmer einen starken Rückgang beim Thema Angstempfinden und Lustlosigkeit. Elisa Brietzke erläutert im Interview, dass diese Verbesserungen bereits nach den ersten zwei Wochen berichtet wurden. In diesen ersten beiden Wochen bekamen die Patienten auch eine sehr intensive Unterstützung, um ihre Ernährung umzustellen. Neben der Beratung wurden über die kompletten 14 Wochen die Ketonkörper im Blut überprüft, so dass sichergestellt war, dass die Patienten auch in Ketose waren (über 0,5 mmol BHB im Blut).


Was nehmen wir mit?

Erneut zeigt sich, dass die Ernährung einer der wichtigsten Bausteine des Lebens ist. Mit der Ernährung steht und fällt die Gesundheit, und auch wenn die Situation aussichtslos erscheint, wie bei den Teilnehmern dieser Studie, kann eine Ernährungsumstellung ein Wunder vollbringen. Das sieht man hier in dieser Pilotstudie wie auch in der oben genannten Studie von Chris Palmer oder am persönlichen Fall von Hans Diel (Ich hatte keine Lust auf den Tod ).




Quelle:

Medically supervised ketogenic diet as an adjunctive treatment for moderate to severe depression: A pilot study, Elisa Brietzke et al., 2026, DOI: 10.1016/j.jad.2025.121079