Stell dir vor, du stehst auf einer grünen Wiese. Unter deinen Füßen ist Erde, und in der Erde stecken ganz viele winzige Mineralstoffe. Man kann sie nicht sehen, sie sind viel kleiner als ein Sandkorn. Diese winzigen Mineralstoffe machen eine ziemlich lange Reise, bis sie am Ende in deinen Knochen, deinen Muskeln oder deinem Blut landen. Willst du wissen, wie das geht?


Von der Erde in die Pflanze

Pflanzen haben Wurzeln, die tief in die Erde reichen. Die Wurzeln saugen Wasser aus dem Boden, so wie ein Strohhalm. In diesem Wasser sind die Mineralstoffe aus der Erde gelöst, winzig klein und für unsere Augen unsichtbar. Zusammen mit dem Wasser wandern sie durch die Wurzel in die Pflanze hinein. Von dort aus verteilen sie sich weiter, in die Halme vom Gras, in die Blätter vom Salat, in die Möhre, den Apfel oder die Erdbeere. So stecken plötzlich Mineralstoffe aus der Erde im Gras auf der Wiese und im Gemüse und Obst.


Von der Pflanze in die Kuh oder das Reh

Eine Kuh oder ein Reh mag am liebsten Gras. Den ganzen Tag rupfen sie Grashalme und kauen sie. Mit jedem Bissen Gras nehmen sie auch die Mineralstoffe auf, die vorher aus der Erde in das Gras gewandert sind. Im Bauch der Kuh oder des Rehs werden die Mineralstoffe aus dem Gras herausgelöst und wandern ins Blut. Von dort aus verteilen sie sich im ganzen Tier, in die Muskeln und, wenn es eine Kuh ist, auch in die Milch.


Von der Kuh, dem Gemüse und dem Obst in dich

Jetzt kommst du ins Spiel. Wenn du eine Möhre isst, einen Apfel oder Brokkoli, dann isst du damit auch die Mineralstoffe, die aus der Erde in die Pflanze gewandert sind. Wenn du ein Glas Milch trinkst, ein Stück Käse oder etwas Fleisch isst, dann isst du die Mineralstoffe, die vorher im Gras waren und dann in der Kuh gelandet sind.

Was dann passiert, kennst du vielleicht schon: Du kaust, das Essen wandert in den Magen und dann in den Darm. Dort wird alles in ganz winzige Teile zerlegt, so winzig, dass man sie nicht mehr sehen kann. Die winzigen Teile wandern dann vom Darm ins Blut. Das Blut fließt durch deinen ganzen Körper und bringt die Mineralstoffe genau dorthin, wo sie gebraucht werden. So haben die Mineralstoffe eine lange Reise hinter sich: von der Erde ins Gras, vom Gras in die Kuh oder von der Erde ins Gemüse oder Obst und schließlich in dich.



Was Mineralstoffe in deinem Körper tun

Es gibt viele verschiedene Mineralstoffe, und jeder hat eine eigene Aufgabe.

Calcium sorgt dafür, dass deine Knochen und Zähne stark und hart werden und bleiben.

Eisen steckt in deinem Blut und wirkt dort wie ein winziges Taxi. Es holt Sauerstoff aus deiner Lunge ab und fährt ihn zu jeder Zelle in deinem Körper, damit du Energie hast und nicht müde wirst.

Magnesium hilft deinen Muskeln, sich richtig anzuspannen und wieder zu entspannen. Ohne Magnesium würden deine Muskeln zittern oder sich verkrampfen, und auch deine Nerven brauchen Magnesium, um Botschaften weiterzugeben.

Zink hilft deinem Immunsystem, dich vor Krankheiten wie Erkältungen zu schützen. Es sorgt außerdem dafür, dass Wunden schneller heilen und dass du gut wachsen kannst.


Wo stecken viele Mineralstoffe drin?

Besonders viele Mineralstoffe findest du in Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Möhren, außerdem in Nüssen, Samen, in Obst, Milch, Käse, Quark, Fleisch, Hühnchen, Eiern und Fisch. Das sind alles Lebensmittel, die noch sehr nah an der Erde, der Wiese oder dem Tier sind, aus denen sie stammen.

Fertigpizza, Chips, Cola, Kekse und Toastbrot dagegen haben nur ganz wenig Mineralstoffe. Sie werden in Fabriken hergestellt, oft aus weißem Mehl und viel Zucker, und dabei gehen die meisten Mineralstoffe verloren. Isst du hauptsächlich solche Lebensmittel, bekommt dein Körper zwar Energie, aber kaum Mineralstoffe für starke Knochen, kräftige Muskeln oder ein gutes Immunsystem.

Wenn du das nächste Mal eine Möhre oder ein Stück Fleisch isst, oder ein Glas Milch trinkst, dann weißt du jetzt, welche lange Reise die Mineralstoffe darin schon hinter sich haben: von der Erde ins Gras, vom Gras in die Kuh oder direkt ins Gemüse und am Ende genau dorthin, wo dein Körper sie braucht.