Noch vor 60 Jahren suggerierte uns die Werbung, dass Zucker uns jung und gesund halten würde. Wurde selbstverständlich gerne geglaubt. Gerne? Wann immer Sie verständnisvoll auf die Lustgefühle Ihres Mitmenschen eingehen … haben Sie gewonnen. Gilt auch in der Politik.


Auch ich sitz lieber warm und kuschelig vor dem Fernseher als mich im – derzeit – Eisesregen die Hügel vor meiner Haustür hoch zu quälen. Heißt für kluge Politiker: unterstütze das Nichtstun, gib den Leuten Geld obendrauf, und du wirst gewählt. Verstehen wir alle.


Und jetzt, heute gilt Zucker als der Hauptfeind Ihrer Gesundheit, verkürzt Ihnen Ihr schönes, süßes Leben. Heißt es. Auf einmal ist Zucker schuld an schwerer Corona-Erkrankung, aber auch an allem anderen Bösen, ob Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs (die aggressive Krebszelle!), Asthma, Rheuma und so weiter. Tja. Woher dieser Umschwung?


  • Natürlich wusste man um die Gefährlichkeit von Zucker/Kohlenhydraten schon vor über 100 Jahren. Hat´s eben wieder vergessen. Süß schmeckt nun einmal.
  • Aber dann kam die Physiologie, die Biochemie. Und hat gar unangenehme Zusammenhänge aufgedeckt. Siehe unten.

Wann immer Paradigmen so auffällig wechseln, auf den Kopf gestellt werden, sollten wir uns auch äußerer Umstände erinnern: Nach dem 2. Weltkrieg waren wir einfach eine verhungernde Nation. So ziemlich alle klapperdürr. Angeblich gab es keinen einzigen Diabetiker II in Deutschland. Da brauchen Sie Zucker/Kohlenhydrate wirklich nicht zu verbieten … im Gegenteil. Sie sehen: Der Kontext!

Aber was macht Zucker denn nun so gefährlich? Da gibt´s viele Gründe. Der wichtigste: der entscheidende Auslöser für chronische Krankheiten und Alterungsprozesse ist die „nichtenzymatische Glycosylation“. Sollten wir übersetzen:


Alle (noch einmal: alle) in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate erscheinen im Blut letztlich als Einfach-Zucker. Diese Zuckermoleküle können nun spontane Verbindungen mit Körperproteinen und Nukleinsäuren eingehen. Ein zunächst völlig normaler Vorgang.


Das Problem dieser durch Zuckerstoffe ausgelösten Verkettung von Proteinen ist, dass auch dort Vernetzungen entstehen, wo sie nicht sein sollten, zum Beispiel in Strukturproteinen (also auch Bindegewebe). Dadurch verliert dieses Elastizität und kann die entscheidenden biologischen Aufgaben (nämlich Leben ermöglichen) nicht mehr erfüllen.


Von diesen zähen Ablagerungen (Zucker + Protein) sind betroffen


  • Gefäßwände. Heißt Herzinfarkt, Schlaganfall.
  • Augenlinsen. Heißt Grauer Star
  • Bereiche des Immunsystems. Heißt infektanfällig.
  • Die Haut. Heißt Altersschrumpelung.
  • Muskeln. Beim Herzmuskel besonders unangenehm.

Aber auch – wussten Sie bereits – an der Bildung von Alzheimer-Plaques im Gehirn sind diese zähen Klumpen beteiligt. Kannten Sie unter dem Namen AGE´s. Hässliche Sache. JETZT KOMMTS´S:

Lassen Sie mich zitieren: „Der Prozess der Glycosylation entsteht grundsätzlich bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, ob Zucker oder Kartoffel. Eine 2006 veröffentlichte Großstudie in den USA fand einen signifikanten Zusammenhang zwischen Kartoffelkonsum und Altersdiabetes. Das Risiko bestand ausdrücklich auch dann, wenn Kartoffeln in der als gesund geltenden (wird von vielen von Ihnen geglaubt) gekochten Form gegessen wurde.

Deshalb gehört auch die Kartoffel zu den Apokalyptischen Reitern der Neuzeit. Freilich, freilich: drei Prozent von Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, sind klug. Sind aufgeklärt. Und könnten mit Kartoffeln sehr wohl vernünftig, nämlich Gesundheit-erhaltend umgehen. Nur: Nehmen Sie doch bitte immer ein bisschen Rücksicht auf die anderen 97%. Für die heißt Kartoffel „Pommes“. Und da brauchen wir uns den Kopf nicht weiter zu zerbrechen.

Erinnern Sie sich an „KONTEXT“? Wenn Sie sich künstlich eine Umgebung wie kurz nach dem 2. Weltkrieg verschaffen würden, also gezielt Ihre Kalorien beschränken würden, täglich ein bisschen hungern würden (Intervallfasten), wäre der obige Text für Sie völlig überflüssig. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für den


LÄUFER.


Wer läuft, sündigt nicht. Wer täglich sich ausreichend bewegt, kann „essen, was er will“ (Zitat Strunz). Das stimmt beinahe.

Quelle: Schmitt „Handbuch Anti-Aging“ 2017