17.01.2016
Bei den Medizinern ist es wie bei den Juristen: zwei Juristen, drei Meinungen:
"Der Nobelpreisträger Dr. Albert Szent-Györgi (1893 – 1986) – der Arzt, der das Vitamin C entdeckte – schrieb:
„Als ich Medizin studiert habe, war Jod in KI-Form das Allheilmittel. Niemand wusste, wie es genau wirkt, aber es tat etwas, und das tat es sehr gut. Wir Studenten pflegten die Situation in einem kleinen Reim zusammenzufassen:
"Wenn man nicht weiß, wo, was und wieVerschreibe man das K und I".
Die USA haben die höchste Brustkrebsrate der Welt; die Japaner hatten noch bis vor Kurzem die niedrigste. Frauen, die aus Japan auswandern oder einen westlichen Ernährungsstil annehmen, bekommen öfter Brustkrebs als solche, die weiterhin Meeresalgen verzehren. Die Lebenserwartung in den USA beträgt 77,85 Jahre – Platz 48 von 226 untersuchten Ländern.
In Japan beträgt sie 81,25 Jahre – die höchste aller industrialisierten Länder, gleich hinter den bestplatzierten Andorra, Macao, San Marino, Singapur und Hongkong.
Tierversuche zeigen, dass Jod Brustkrebs verhindert. Das spricht für einen kausalen Zusammenhang bei den genannten Befunden in der Bevölkerung. Die Krebserreger Nitrosomethylharnstoff und Dimethylbenzanthrazen (DMBA) verursachen bei über 70 Prozent weiblicher Ratten Krebs in den Milchdrüsen. Die Versuchstiere, denen Jod gegeben wird – insbesondere in seiner molekularen Form I2 – zeigen eine statistisch signifikante geringere Häufigkeit der Krebsfälle. Die duktalen Zellen in der Brust (also die der Milchgänge), weisen das höchste Krebsrisiko auf. Sie sind mit einer Art Jodpumpe ausgestattet (dem Natrium-Jod-Symporter, den auch die Schilddrüse besitzt), die das Element regelrecht aufsaugt. Die Hypothese, dass Jod Brustkrebs verhindert, erhält dadurch auch höhere biologische Plausibilität.
Jod wird von den meisten Ärzten und Chirurgen aus einer ziemlich eingeschränkten Perspektive betrachtet, als Mittel mit nur begrenztem Nutzen: Es sterilisiert Trinkwasser und schützt Operationswunden vor Infektionen. (Vor einer Operation auf die Haut aufgetragen tötet Jodtinktur 90 Prozent aller vorhandenen Bakterien innerhalb von 90 Sekunden ab.) Es wird von der Schilddrüse zur Hormonproduktion benötigt – das war es dann aber auch.
Daher empfehlen Schilddrüsenspezialisten, Jod besser nur mikrogrammweise einzunehmen. Eine Gabe von mehr als 1 – 2 mg pro Tag wird von ihnen als exzessiv und potentiell schädlich angesehen.
Der Horizont schulmedizinisch arbeitender Ärzte und Chirurgen wird derzeit durch diese Auffassung begrenzt. Studien, die belegen, dass sich Jod in größeren Mengen auch heilsam auf andere Organe auswirken kann – insbesondere auf die Brüste – werden entweder mit deutlicher Zurückhaltung aufgenommen oder aber komplett ignoriert.
Jod hat eine bedeutende, aber bislang nur wenig verstandene Geschichte. Das relativ seltene Element spielte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Atmosphäre und der Evolution des Lebens auf der Erde. Mehr als zwei Milliarden Jahre lang gab es keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, bis eine neue Bakterienart – die Cyanobakterie (blaugrüne Alge) – damit begann, Sauerstoff als Nebenprodukt der Photosynthese zu produzieren. Cyanobakterien entwickelten auch eine Affinität für Jod. Jod hat eine bedeutende, aber bislang nur wenig verstandene Geschichte. Das relativ seltene Element spielte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Atmosphäre und der Evolution des Lebens auf der Erde. Mehr als zwei Milliarden Jahre lang gab es keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, bis eine neue Bakterienart – die Cyanobakterie (blaugrüne Alge) – damit begann, Sauerstoff als Nebenprodukt der Photosynthese zu produzieren. Cyanobakterien entwickelten auch eine Affinität für Jod. Der wahrscheinlichste Grund hierfür ist, dass diese Organismen Jod als Antioxidans verwendeten, um sich vor den durch Sauerstoff erzeugten freien Radikalen (Superoxidanionen, Wasserstoffperoxid und Hydroxylradikalen) zu schützen. Bei der Erforschung von Meeresalgen konnten Wissenschaftler zeigen, wie Jod das bewirkt. Wenn Algen oxidativem Stress ausgesetzt werden, absorbieren sie Jod in gesteigerten Mengen. Andere Forscher zeigten, dass Jod die antioxidativen Fähigkeiten des Humanserums [eines Grundbestandteils des Blutes] ähnlich wie Vitamin C steigert.
Jod löst auch die Apoptose aus – den programmierten Zelltod.
Menschliche Lungenkrebszellen, in die Gene eingeschleust werden, die die Jodaufnahme und -verwertung verbessern, schrumpfen und durchlaufen die Apoptose, wenn sie Jod erhalten. Das passiert sowohl in vitro (außerhalb des Körpers), als auch in Lebendversuchen bei Mäusen.13 Die krebsbekämpfende Wirkung könnte sich in Zukunft als die wichtigste Funktion des Jods außerhalb der Schilddrüse erweisen.
Jod besitzt noch weitere Eigenschaften, die besser erforscht werden müssen. Es beseitigt giftige Chemikalien – Fluorid, Bromid, Blei, Aluminium und Quecksilber – sowie natürliche Giftstoffe. Es unterdrückt Autoimmunreaktionen, stärkt das mit T-Zellen arbeitende adaptive Immunsystem und schützt den Magen vor krankhaftem Bakterienwachstum.17
Außer der Schilddrüse und den Brustdrüsen besitzen auch andere Gewebearten Jodpumpen (den Natrium-Jod-Symporter). Die Magenschleimhaut, die Speicheldrüsen und die milchabsondernden Brustdrüsen können Jod in fast derselben Konzentration anreichern wie die Schilddrüse (40 Mal höher als im Blut). Zu den Gewebearten, die ebenfalls über Jodpumpen verfügen, gehören die Eierstöcke, die Thymusdrüse (der Sitz des adaptiven Immunsystems), die Haut, der Plexus Choroideus im Gehirn (der die Rückenmarksflüssigkeit produziert), sowie die Gelenke, Arterien und Knochen.
Einige Menschen, die Jod milligrammweise einnehmen (für gewöhnlich mehr als 50 mg pro Tag), entwickeln eine leichte Schwellung der Schilddrüse ohne weitere Symptome. Die große Mehrheit aller Menschen (98 – 99 Prozent) kann Jod in Mengen zwischen 10 und 200 mg pro Tag einnehmen, ohne dass die Schilddrüsenfunktion klinisch nachteilig beeinflusst wird.
Was Professor Albert Guerard (1914 – 2000) über neue Wahrheiten schrieb, gilt in besonderem Maße für Jod:
„Wenn wir neue Wege zur Wahrheit suchen, müssen wir damit rechnen, dass sie von Expertenmeinungen blockiert werden.“
Die vorherrschende „Wahrheit“ über Jod ist folgende: Die Schilddrüse ist das einzige Körperorgan, das dieses Spurenelement benötigt, und ein deutlich über ihren täglichen Bedarf hinausgehender Verzehr ist potentiell schädlich. Die neue Wahrheit ist, dass der Rest des Körpers ebenfalls Jod braucht – und zwar im Milligramm-, nicht im Mikrogrammbereich. Erzählen Sie das einem Schilddrüsenexperten – seine Antwort wird den zitierten Mahnspruch über neue Wahrheiten schnell ins Gedächtnis zurückrufen.
Dr. Guy Abraham, ehemaliger Professor für Geburtskunde und Gynäkologie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, begründete im Jahre 1997 das von ihm so bezeichnete „Jod-Projekt“, nachdem er die Abhandlung von Ghent et al. über die Wirkung von Jod auf fibrozystische Erkrankungen gelesen hatte. Er ließ seine Firma, Optimox Corporation, Iodoral herstellen (die Tablettenform der Lugol'schen Lösung) und beauftragte zwei Allgemeinärzte, Dr. Jorge Flechas (2000) in North Carolina und Dr. David Brownstein (2003) in Michigan, klinische Studien durchzuführen.
Das Projekt geht von der Hypothese aus, dass erst eine Zufuhr von 12,5 mg pro Tag eine für den gesamten Körper hinreichende Menge an Jod darstellt – ähnlich dem, was die Japaner zu sich nehmen. Nach gängiger Ansicht enthält der menschliche Körper 25 – 50 mg Jod, von denen sich 70 – 80 Prozent in der Schilddrüse befinden. Dr. Abraham ging davon aus, dass die Jodsättigung im Körper ausreichend ist, wenn 90 Prozent des aufgenommenen Jods wieder ausgeschieden werden. Er entwickelte einen Jodsättigungstest, bei dem der Proband 50 mg Jod einnimmt und über die nächsten 24 Stunden die mit dem Urin ausgeschiedene Menge misst. Abraham fand heraus, dass die allermeisten Menschen einen erheblichen Anteil der 50-mg-Dosis im Körper behalten. Bei Vielen ist eine Zufuhr von täglich 50 mg über mehrere Monate hinweg nötig, bevor sie 90 Prozent davon wieder ausscheiden. Die Versuche deuten darauf hin, dass der menschliche Körper, wenn er genügend große Jodmengen erhält, davon deutlich mehr speichern kann als ursprünglich angenommen wurde – nämlich 1.500 mg, wovon lediglich drei Prozent in der Schilddrüse gelagert werden.
In Abrahams Projekt erhalten über 4.000 Patienten täglich Jodmengen zwischen 12,5 und 50 mg; Patienten mit Diabetes sogar bis zu 100 mg. Die Forscher fanden heraus, dass Jod in der Tat fibrozystische Erkrankungen heilt. Ihre Diabetes-Patienten benötigen weniger Insulin, und Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion weniger Medikamente. Fibromyalgie-Symptome gehen zurück, Migränekopfschmerzen treten nicht mehr auf. Um Dr. Szent-Györgi zu paraphrasieren: Die Forscher wissen nicht genau, wie das Jod wirkt, aber es tut Gutes.
Die Schilddrüsenfunktion blieb bei 99 Prozent der Patienten unverändert. Unerwünschte Effekte des Jods – Allergien, Anschwellen der Speicheldrüsen und der Schilddrüse, Jodvergiftungserscheinungen – traten nur selten auf, in weniger als einem Prozent der Fälle. Jod entfernt die giftigen Halogene Fluorid2 und Bromid aus dem Körper. Jodvergiftungserscheinungen – unangenehmer, messingartiger Geschmack im Mund, laufende Nase und akneartige Entzündungsherde der Haut – werden von dem durch Jod aus dem Gewebe extrahierten Bromid hervorgerufen. Die Symptome klingen bei einer Verringerung der Joddosis wieder ab.
Die Ärzte weisen darauf hin, dass eine solche Jodeinnahme im Milligrammbereich natürlich mit einem kompletten Ernährungsplan einhergehen sollte, der adäquate Mengen an Selen, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren beinhaltet. Auf diese Weise ist eine Jodgabe des Hundertfachen der täglichen Verzehrmenge (so formuliert es Dr. Abraham, der Leiter des Jod-Projekts) „die einfachste, sicherste, effektivste und preiswerteste Art, die Krise zu überwinden, in der sich unser Land bei der Gesundheitsvorsorge derzeit befindet.“
Menschen, die Jod in so hoher Menge einnehmen, berichten über gesteigertes Wohlbefinden, mehr Energie und einen klareren Kopf. In kalter Umgebung frieren sie weniger, brauchen etwas weniger Schlaf, haben schönere Haut und regelmäßigeren Stuhlgang. Diese berichteten gesundheitlichen Vorteile müssen nun gründlicher erforscht werden, genau wie diejenigen, die mit fibrozystischen Erkrankungen und Krebs im Zusammenhang stehen.
In der Zwischenzeit sollten wir uns vielleicht an den Japanern orientieren und unseren Jodverzehr deutlich steigern – wenn nicht mit Meeresalgen, so doch mit zwei Tropfen Lugol'scher Lösung (oder einer Iodoral-Tablette) am Tag."
Quelle: http://aging-und-praevention.de/nahrungsergaenzungen-f22/nexus-magazin-warum-jod-wichtig-fuer-unsere-gesund-t7579.html