22.11.2024
Hallo Kathrin,
Roger hat da mit dem Vitamin B3 schon einen wichtigen Punkt genannt. Vitamin B3 scheint, selbst bei Menschen, die es hochdosiert einnehmen, manchmal nicht auszureichen. Tryptophan wird aber nicht direkt in B3 umgewandelt. Auch das passiert über "Umwege" und braucht noch andere Substanzen.
Der ganze Tryptophanstoffwechsel ist nicht unkompliziert. Es ist eben nicht so einfach: ich werfe mir große Mengen an Tryptophan ein und dann wird das Serotonin schon gebildet. Oft - und wohl vor allem, wenn schon Entzündungen da sind oder auch das Mikrobiom nicht stimmt - werden andere Abbauwege eingeschlagen. Eine wichtige Rolle spielt wohl der Abbau über Kynurenin und Quinolinsäure. Bei Biovis findet man eine ganz gute Darstellung (auch wenn für den Normalverbraucher kaum verständlich, aber man sieht, dass es so einfach nicht ist) https://www.biovis.eu/wp-content/uploads/biovis_Tryptophanstoffwechsel_DE.pdf
Meine Ärztin, die sich gut mit Biochemie auskennt, hatte das bei mir alles mal gemessen. Interessanterweise war weder Kynureninsäure noch Quinolinsäure erhöht. Serotonin trotzdem zu niedrig. B3 ausreichend vorhanden. Also ???
Trotzdem bekomme ich nach Tryptophan auch Kopfschmerzen. 3g würde ich nicht vertragen. Ich würde - wenn Du es weiter probieren willst - zumindest mit deutlich weniger anfangen.
Tryptophan ist nicht ganz unproblematisch. Nicht umsonst raten manche Ärzte davon ab, es ohne weitere Laboruntersuchungen in großen Mengen zu nehmen (ich glaube, Kuklinski gehört auch dazu).
Ich nehme es nicht durchgängig, und wenn, dann nur 500mg. Zeitweise auch abends 5HTP.
Viele Grüße und viel Erfolg
Elli