Menschen lieben halt einfache Wahrheiten.
"Der Doktor mit der Pille wird's schon richten."
"Urknall? Evolution? Quantenphysik? Die Welt verdankt ihre Existenz einem Schöpfer!" (wo der bloß herkommt??)
" KH = böse; EW = gut" (Und was ist z.B. mit Gluten? Ist ein EW.)
Einfache Wahrheiten ermöglichen es, sich ein intensiveres eigenes Nachdenken (ist anstrengend, könnte eigene Überzeugungen als falsch entlarfen) zu ersparen und Verantwortung auf Andere(s) abzuschieben ("Ich eß nicht zuviel. Das sind die Gene").
Vermeintliches Wissen bewahrt vor (unliebsamen) Überraschungen und der Notwendigkeit sein Weltbild anzupassen, zu verändern. Kein Wunder, dass Wissen und Bildung der breiten Masse gerade in fundamentalistischen Systemen nicht gerne gesehen wird. Und die Betroffenen fügen sich allzuoft bereitwillig. Ist so schön bequem, einfache Wahrheiten vorgekaut zu bekommen.
In MIB wurde es gut auf denPunkt gebracht:
Jay: "Wieso so ein Geheimnis? Menschen sind intelligent, die verkraften sowas."
Kay: "Ein Mensch ist intelligent, aber ein Haufen Menschen sind dumme hysterische gefährliche Tiere, das wissen Sie. Vor 1500 Jahren hat jeder Mensch gewusst, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Vor 500 Jahren hat jeder Menscht gewusst, dass die Erde flach ist und vor 15 Minuten haben Sie gewusst, dass die Menschen auf diesem Planeten unter sich sind. Stellen Sie sich nur mal vor, was sie noch alles wissen - morgen."