03.06.2016
Würde Musik zu einer Leistungssteigerung beim Sport führen, dann würde die Nationalmannschaft mit MP3-Playern in Frankreich auflaufen, tut sie aber nicht. Eine 15% bessere Marathonzeit hätte Arne Gabius gerne. Würde man mit Musik schneller laufen können, würden wir ihn mit Musik rennen sehen. Tun wir aber nicht.
Ich persönlich benutze beim Draußen-Sport nie Musik, sie fehlt mir auch nicht. Im Fitness-Studio läuft eh immer Musik auf der Fläche und in den Kursen, stören tut es mich da nicht.
Nie vergessen hab ich, was Werner Kieser mal gesagt hat zu Musik im Fitness-Studio (managermagazin 17.4.13):
"Kieser: Musik lenkt nur ab. Ich kann schon verstehen, dass manche Menschen nicht gerne zu uns kommen, denn zu Kieser gehen ist nicht lustig. Es macht glücklich, aber keinen Spaß. Und das ist der Punkt. Man muss sich selber sagen: Ich brauche das, das tut mir gut, ich muss etwas tun. Das ist eine rationale Entscheidung. Und in 30 Minuten sind Sie bei uns durch."
Und weiter:
"Kieser: Gegen Spaß ist nichts einzuwenden. Ich habe auch gerne Spaß, es hat alles seinen Platz im Leben. Aber Sie dürfen die Dinge nicht verwechseln. Wenn ich mein Auto in die Waschanlage bringe, erwarte ich auch keine großen Erheiterungen. Wer zu Kieser geht, bringt seinen Körper zur Wartung. Alles, was Sie bei uns tun, hat seinen Sinn und Zweck. Ich habe nichts dagegen, wenn die Menschen rumhüpfen und tanzen. Aber eben nicht bei uns. Denn wissen Sie, den Menschen mangelt es nicht an Bewegung, wie immer geschrieben wird, sondern an Widerstandskraft. Und wir applizieren diesen Widerstand wohldosiert und gezielt auf Ihren Körper. Das ist im Grunde eine hygienische Maßnahme. Zum Zahnarzt gehen oder Rasieren ist auch nicht aufregend."
Wäre doch mal eine interessante Erfahrung, was passiert, wenn Fitness-Studios einen Musik-freien Tag einführten.
Wer immer Musik in den Ohren braucht, hat Angst vor seinen eigenen Gedanken, könnte ich mir vorstellen. Musik wäre dann nur eine notwendige Ablenkung.
Aber es gilt natürlich: Jeder so wie er mag.