Ein ehemaliger Kollege und guter Bekannter von mir hat einmal Frau Professor Kämmerling angemailt und nach ihrer Definition und Sichtweise von LC und Keto gefragt.
Hier Ihre Antwort:
"Hallo Herr XXXX,
tja, da gibt es leider keine festgesetzte Definition. Sicherlich gut
ist die von LOGI, da ist LowCarb so definiert, dass am Tag bis zu 120g
KH aus überweigend stärkearmem Gemüse und wenig zuckerhaltigem Obst
kommt und praktisch keine Getreideprodukte. Daher haben wir das in der
KOLIBRI-Studie auch gewählt.
Für uns in der ketogenen Diät ist es einfacher, da gilt dass der
Stoffwechselzustand der Ketose erreicht wird, und dass funktioniert
nur bei Einhalten der Ketogenen Diät, also bei normalerweise 80% der
Energie aus Fett - wenn man dann noch ausreichend Protein essen will,
kommt man zwangsweise zu nur 20-40 g KH.
Insofern denke ich, ist für "LowCarb", wenn man es machen möchte, die
Grobrichtung LOGI (dann auch 1,2 g Eiweiß/kg Körpergewicht/Tag) ideal.
Viele Grüße aus Würzburg
Ulrike Kämmerer
Wenn man dann noch nachschaut, was sich hinter LOGI (LOGI = "Low Glycemic Index", mittlerweile auch "Low Glycemic and Insulinemic") verbirgt:
"Theoretische Grundlagen
- Basis sind die glykämische Last und der Blutzuckerspiegel: er soll durch Kohlenhydratrestriktion auf konstant niedrigem Niveau gehalten werden, um eine verbesserte Sättigungswirkung und Fettverbrennung zu ermöglichen.
- Der Körper soll durchschnittlich etwa 80 g bis 130 g an Kohlenhydraten aufnehmen, was der Theorie nach gesundheitsfördernd wirken soll sowie die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden steigert.[2]
- Um dies zu erreichen, soll die benötigte Energie zu etwa 45 Prozent aus fetthaltiger und zu etwa 25 Prozent aus eiweißreicher Nahrung kommen.
- Die erhöhte Zufuhr von Gemüse, Salat, Obst, Beeren, Pilzen, Hülsenfrüchten etc. führt zu einer hohen Ballaststoff- und Wasseraufnahme bei niedriger Energiedichte.[3]
- Die erhöhte Eiweißzufuhr soll neben der langanhaltenden Sättigung im Zuge der spezifisch-dynamischen Wirkung bei der Verdauung kalorisch vorteilhaft sein.
- Dank eines Basenüberschusses bestehe kein Übersäuerungsrisiko."
Bezüglich niedrigem BZ hilft auch eine hohe Insulinsensitivität bzw. eine hohe Neigung der Muskulatur BZ auch ohne Insulin aufzunehmen. Es gibt also durchaus vielfältige Anpassungen und Abwandlungen von LOGI für die persönliche Umsetzung denkbar. Durchaus auch abhängig von der persönlichen Gesundheitssituation
Und wer etwas tiefer in die entsprechenden (Stoffwechsel)Zusammenhänge eintauchen will, findet hier (auch schon in der Leseprobe) einige interessante Ansätze und Ausführungen:
"Anteil des Fettstoffwechsels bei verschiedenen Belastungsintensitäten"
LG,
Thorsten