25.02.2015
Hallo Alexander,
Esselstyn heisst von den Makros her 80% Carbs, 10% Fett und 10% Protein.
Strunz (bei gleichbleibendem Gewicht) 30% Protein, 65% Fett und 5% Carbs.
Eigentlich unvereinbar diese beiden Welten. Aber was haben sie gemeinsam? "Essen Sie Leben". Auf dem Fehlen von Aromen, Konservierungsmitteln und ähnlichem Müll. Auf dem Fehlen von hochglykämischem Zeugs wie Weißmehl und Zucker.
Also unverarbeitete, frische Lebensmittel. Die Betonung von der Masse her liegt auf Gemüse.
Darin sind sich die beiden einig! Im Sportprogramm ebenso (beinahe).
Ob jetzt tierisches hinzukommt ist erstmal eine ethische Frage. Falls nicht, so muss jedenfalls zwingend supplementiert werden für eine optimale Gesundheit. Wer mit weniger als dem Oprtimum zufrieden ist, der kann auch nur bei seinen B12-Tabletten und dem täglichen 2 EL Leinöl als beinahe alleiniger Fettquelle bleiben.
Zu den Makros:
Historisch gesehen gab und gibt es Urvölker, die die beiden Extrema der Energieaufnahme (also 70-80% aus Carbs oder 70 bis 80% aus Fett, vorwiegend tierischen Ursprungs) abgedeckt haben: auf der einen etwa die Kitavia und auf der anderen die Massai oder die berühmten Inuit. Wobei die Massai-Kultur deutlich, deutlich älter ist als die der Inuit (max. 4000 Jahre), also den besseren Vertreter darstellt.
Und beide Teile des Spektrums führen jeweils zu Kulturen, bei denen unsere "Zivilisationskrankheiten" unbekannt sind, die Lebenserwartung für Zwanzigjährige (ausgeklammert die Unfälle) liegt bei merklich über 60 Jahren. Das zeigt doch nur, wie flexibel der Mensch ist.
Geht man von einem gesunden(!) Menschen aus, so kommt mam auch gut mit einem relativ hohen Anteil an Carbs klar. Auch wenn hier Kopfschüttelen ausbrechen mag: die Inuit lebten nicht in dauerhafter Ketose! (1000 Euro für denjenigen, der mir dies widerlegt.).
Die Betomung liegt dabei auf langsamen Carbs wie Hülsenfrüchten und Wurzelgemüse sowie Obst, möglichst nicht denaturiert und mit viel Ballaststoffen gegessen, die die Glucose-Abgabe im Darm weiter verlangsamen.
Wer nach Esselstyn leben möchte, dem kann ich nur empfehlen, eine Ausnahme zu machen und zumindest einmal die Woche Fisch oder wenigstens Muscheln (enthalten EPA/DHA, haben aber kein zentrales Nervensystem) sowie ein Dutzend Eier zu essen: Der ethische und ökologische Impact ist damit gegenüber dem Durchschnittesser um mind. 90% gesenkt, mehr ist in meinen Augen nur was für Perfektionisten, die auch bereits sind, den Preis dafür zu zahlen. Man muss nicht immer alles zu 100% korrekt machen...
Bei E. würde ich auch den Proteinanteil erhöhen und jeden Tag einen oder zwei Eiweißshakes trinken, die in pflanzlichen Proteinen unterrepräsentierten Aminos wie Lysin, Trypophan und BCAA kann man sich dort auch einzeln untermischen.
Die in Folge mangelnden Stoffe wie Carnitin, Crearin, Carnosin, ALA, Retinol, Glycin, Prolin, Cholin, B12, Eisen und Zink kann man auch in synthetischer Form schlucken.
Also wer meint, es zu müssen, sollte es schon richtig machen. Und wenn nicht, dann bitte nicht groß herumheulen.
Ich für meinen Teil hole mir das all lieber aus dem medium-rar gebratenen Steak, der pürierten rohen Leber und der Knochenbrühe vom Rind, das immer auf der Weide stehen durfte. Oder aus dem Schmorbraten vom Kanguruh, das wild geschossen wurde.