13.08.2018
Kleine, unbedeutende, nicht verallgemeinheitbare n=1 Studie:
Wir hatten ja vor einiger Zeit hier Diskussion bezüglich "Fresskoma", d.h. Müdigkeit nach Nahrungsaufnahme. Im Raume stand die Behauptung, dass KH-Verzehr müde macht.
Ich habe daraufhin einen Selbstversuch gestartet und mir innerhalb von 5 Tagen ein ganzes 400g Paket Traubenzucker (Glukose) zusätzlich aber abseits zur normalen Ernährung "gegönnt".
Angefangen habe ich an Tag 1 und 2 mit jeweils 50g TZ, aufgelöst in in ca 250ml Wasser, auf Ex. Resultat: keinerlei Anzeichen von Müdigkeit im Anschluß (die nächsten 2-3h), keine Symptome einer Hyperglykämie (Durst, Harndrang, Schwindel, Bauchschmerzen, etc.). Aber auch kein Anflug "unbändiger Energie". Naja, vielleicht war es zu wenig.
Also, Tage 3, 4 und 5 die restlichen jeweils 100g TZ in ca 250ml Wasser auf Ex; weitesgehend nüchterner Zustand. Resultat: Die Brühe schmeckt schon eklig süß. Aber davon einmal abgesehen: Nada, Niente, Nix. Gleiches Ergebnis wie bei Tag 1 und 2 . Definitiv keinerlei Anzeichen von Müdigkeit, keine Symptome einer Hyperglykämie (Durst, Harndrang, Schwindel, Bauchschmerzen, etc.), leicht gesteigerter Bewegungsdrang (kann auch an den etwas kühleren Tagestemperaturen gelegenhaben).
Nach den 5 Tagen keinerlei Gewichtsveränderung, keinerlei Veränderung bezüglich Stuhlgang oder Blähungen, kein Unterschied in der Wundheilung (aufgekratzter Mückenstich). Einzige subjektive Änderung: die Nasenschleimhäute fühlten sich deutlich weniger trocken an.
Schlußfolgerung (zumindest für mich): Ich scheine metabolisch gesund zu sein. Ein KH-Exzess in Form von schnellst möglich ins Blut schießender Glukose macht mich (!) nicht müde. Das Zeug wird aufgenommen, ohne dass die Verdauung nennenswert gefordert wäre. Negative zeitnahe Auswirkungen waren nicht zu verspüren.
Ich muss das jetzt nicht dauernd machen (dafür ist mir das einfach zu süß gewesen, um wirklich lecker zu sein), aber in abgeschwächter Form (mal 'ne Portion Pasta oder Reis oder ein Kartoffelgericht), mit zeitlich gestreckterer Aufnahme langsam aufgespaltener Stärke, sehe ich für mich keine Gefahren. Ich bin da seit einigen Jahren doch ziemlich dicht dran, an der "Perfect Health Diet". Moderate Mengen "sicherer" Stärke-KHs (wenig bis kaum Zucker), tendenziell mittel- bis langfristig im leichten(!) Defizit (dass durch GNG problemlos ausgeglichen werden kann) aber auch mit HC Phasen. Ich fühle mich damit gut und bin anscheinend auch deutlich entspannter, als manche Hard-Core-LC-Verfechter.
Dieser kleine Selbstversuch erhebt keinen wisenschaftlichen Anspruch, schon gar nicht zur Verallgemeinerung. Er war ungenau (keine Messungen) und subjektiv, aber für mich lehrreich und nicht ohne Erkenntnisgewinn.
LG,
Thorsten