27.05.2017
"Ich lese hier andauernd dass man sich den stoffwechsel "versauen" kann, dann er " runterfährt durch zu wenige kcal" etc., laut diesem Buch und den Erfahrungen der Autorin ist das schlicht Unsinn.
Also hier meine Frage: Ist der Stoffwechsel immer konstant? Ist Gewichtsreduktion am Ende nur Mathe?????? "
Eine n=1 Studie ist sicher nicht zu verallgemeinern. Toll, wenn die Autorein es für sich, unter den ihr gegebenen Randbedingungen geschafft hat, erfolgreich abzunehmen. Hatte sie über die Gewichtsreduktion hinausgehenden Ziele? Z.B. Gesundheit, Fitness, Ausdauer, Kraft?
Und natürlich passt sich der Stoffwechsel den Gegebenheiten an. Bei einer stark unterkalorischen Lebensweise geht der Stoffwechsel-/Energieumsatz natürlich nach unten. Oder man kann Stoffwechselpfade aktivieren bzw. Abschalten, was langfristig gesehen kontraproduktiv sein kann. Dr. Strunz nennt das Aktivieren bzw. Abschalten von Genen Epigenetik. Die Aktivität von Genen (auch denen, die den Stoffwechechsel regulieren) hängt von den Randbedingungen (Ernährung, Bewegung, Lebensweise) ab. So gesehen kann man sich den Stoffwechsel "versauen" und der Stoffwechsel ist nicht konstant sondern hochgradig volatil.
Und ja, unterm Strich ist es am Ende "nur" Mathematik. Erst wenn man mehr Kalorien verbraucht, als man zuführt, nimmt man ab.
ABER:
* Verbrauch und Zufuhr lassen sich nur grob abschätzen
* Kalorien unterschiedlicher Herkunft (KH, Fett, EW) wirken unterschiedlich auf den Stoffwechsel und werden unterschiedlich verwertet.
* Die "falschen" Kalorien können dem Körper trotz nominell ausreichender Energiezufuhr trotdem einen Versorgungsmangel vorgaukeln
* wenn man von den "richtigen" Kalorien zuviel zu sich nimmt, nimmt man trotzdem nicht ab
Also, Mathematik ja; aber Mathematik alleine reicht nicht aus. Etwas Biochemie gehört noch dazu.
"PS: Ich war übers WE mit meiner Abnehmgruppe unterwegs, wie alle machen Low carb, no carb und die Einzige , die erfolgreich 12 kg abgenommen hat, war die mit der kcal-zähl App....:-) "
Wie bereits gesagt, Mathe UND "richtige" Ernährung. Natürlich kann man sich auch Low-Carb fett fressen, wenn man einfach zuviel futtert oder zu wenig verbraucht.
Es ist ein Qualitäts- und Quantitätsproblem; und eines, eines angemessen funtionierenden Stoffwechsels.
LG,
Thorsten