Bei 16 ausgewerteten Teilnehmern tue ich mich mit dem Wort „Ergebnis“ schon etwas schwer. 26 Personen haben angefangen. In die Auswertung kamen am Ende aber nur 16. Alle Teilnehmer waren zudem adipös. Wegen ihrer Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis bekamen sie bereits eine systemische Behandlung. Beide Ernährungsformen waren außerdem auf höchstens 1550 kcal täglich begrenzt. Dass Gewicht und Bauchumfang dabei zurückgingen, überrascht mich bei dieser Kalorienmenge kaum.
Was genau dafür verantwortlich war, weiß man damit allerdings noch nicht. War es wirklich die Ketose? Oder vielleicht eher das Abnehmen, die Lebensmittelwahl oder die intensive Begleitung? Mit dieser Studie bekommt man das jedenfalls nicht sauber getrennt.
Die fünf Mahlzeiten wären für mich dabei eher eine Nebensache. Bei manchen verhindert das Naschen. Andere beschäftigen sich dadurch gefühlt den ganzen Tag mit der nächsten Mahlzeit. Mir liegt es eher, wenn ich nach einer Mahlzeit auch wirklich satt bin. Ich möchte nicht zwei Stunden später schon wieder überlegen, was ich essen könnte. Der eine kommt dafür mit drei Mahlzeiten besser zurecht, der andere eben mit fünf.
Ganz uninteressant ist die Studie für mich trotzdem nicht. Nach der Keto-Phase waren die Rückgänge bei PASI und DAPSA stärker. Auch einige Entzündungsmarker gingen deutlicher herunter. Ganz beiseiteschieben würde ich das nicht. Eine allgemeine Empfehlung für Patienten würde ich daraus trotzdem nicht ableiten.
Es gibt inzwischen noch eine kleine randomisierte Studie. Dort besserte sich die Psoriasis auch unter mediterraner Ernährung. Für mich widerlegt das jedenfalls die einfache Geschichte, mediterrane Ernährung bringe nichts und Keto sei die Lösung.
Schwierig wird es für mich bei der Behauptung, mit der richtigen Ernährung verschwinde jede Krankheit. Natürlich kann Ernährung Beschwerden beeinflussen oder eine Behandlung unterstützen. Aber Krebs oder Psoriasis lösen sich nicht einfach auf, sobald jemand ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Nach deiner Geschichte aus Griechenland wäre ich mit solchen Versprechen erst recht vorsichtig. Das Leid in den Familien tut mir sehr leid.