Die Macht der kleinen Aminosäure Glycin
Es wurde schon viel über Glycin geschrieben, doch das Team um Andrea Maier hat im Jahr 2024 in Summe 52 Interventionsstudien analysiert, in denen man entweder gesunden Teilnehmern oder bereits erkrankten Teilnehmern Glycin in verschiedenen Dosen über einen Zeitraum von zwei Wochen bis hin zu vier Monaten gegeben hat. Herausgekommen ist diese schöne Übersicht:

Dabei sind die positiven Effekte grün dargestellt und die negativen rot, wobei ich auf den Gesamtcholesterinwert (Total cholesterol) direkt zu sprechen kommen möchte: Wenn wir metabolisch gesund sind, dann liegt unser Gesamtcholesterinwert bei gesunden 230 mg/dl (siehe meine News: https://www.strunz.com/news/ich-liebe-mein-cholesterin.html). Metabolisch gesund erkennt man an der Qualität des Cholesterins. Hohes HDL, niedrige Triglyceride und einen normalen Insulinwert von unter 6 mIE/ml.
Schauen wir uns nun die positiven Entwicklungen an, die von den Teilnehmern der Studien berichtet wurden: Weniger Erschöpfung, weniger Müdigkeit über den Tag, eine bessere Wahrnehmung bzw. einen klareren Kopf. Die Insulinsensitivität verbessert sich, infolge dessen erhöht sich der Glukagonwert. Unser Spiegel an Wachstumshormon erhöht sich. Der Blutdruck wird besser, HbA1c, sprich der Langzeitblutzucker, wird besser. Die Teilnehmer hatten mehr Kraft in der Hand, Probleme mit der Prostata oder einer sich ständig meldenden Blase besserten sich. Zudem melden die Teilnehmer einen besseren Schlaf. Bei Teilnehmern mit Schizophrenie besserten sich die Symptome. Die Folgen eines Schlaganfalls besserten sich.
In Summe waren das so viele positive Funde, dass ich mir dachte: Ich muss dazu eine News schreiben, da ich weiß, dass einige Leser, die mich kontaktieren, über einen schlechten Schlaf klagen und da kann man 2-3 g Glycin am Abend 30 Min vor dem Bettgehen einfach mal ausprobieren über einen Zeitraum von 2-3 Wochen und schauen, ob das besser wird.
Eine biochemische Erklärung findet sich in der Entgiftungskapazität von Glycin. Denn Glycin ist eine von drei Aminosäuren, die der menschliche Körper benötigt, um Glutathion herzustellen, unser Meisterentgiftungsmolekül für viele Gifte wie auch Schwermetalle. Zudem unterstützt Glycin direkt die Phase-1-Entgiftung im Körper und zusammen mit NAC verabreicht, reduzieren diese beiden Aminosäuren nachweislich oxidativen Stress im Körper. Doch bei NAC von mir nochmals der Hinweis. Man sollte NAC getrennt von den Mahlzeiten und nicht dauerhaft einnehmen, da NAC auch den Schleim der Darmschleimhaut flüssiger werden lässt. Daher NAC besser nur immer mal einnehmen und nicht täglich dauerhaft über Monate zur Vorsorge.
Was nehmen wir mit?
Für alle Leser, die mit Schlafproblemen oder einigen anderen Problemen, die in der News angeschnitten wurden, zu kämpfen haben: Einfach mal Glycin am Abend vor dem Zubettgehen ausprobieren. Einige benutzen diese Aminosäure auch zum Süßen, da sie recht süß schmeckt, ganz ohne Zucker.
Quelle: The effect of glycine administration on the characteristics of physiological systems in human adults: A systematic review, Andrea B. Maier et al.,2024, DOI: 10.1007/s11357-023-00970-8
Über den Autor:
“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:
"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe.
Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise."
”
