Kreatin kennen Sie vielleicht. Es ist bei Sportlern sehr beliebt, weil es die Leistungsfähigkeit erhöht.


Kreatin kann aber mehr.


Kreatin steigert die Konzentrationsfähigkeit, besonders unter Stress.


Kreatin stellt der Körper selbst her. In den Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse entsteht der wichtige Stoff. Gebildet wird er aus den Aminosäuren Glycin, Arginin und Methionin. Außerdem wird für seine Herstellung Vitamin B12 benötigt. Leider mangelt es genau an diesen Aminosäuren und an Vitamin B12 bei sehr vielen. Dann mangelt es auch an Kreatin. Körperliche Leistungsfähigkeit und Konzentration werden dann schwierig.


Kreatin kann man auch direkt essen. In Fleisch ist besonders viel davon enthalten.


Außerdem kann Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.


Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten hingegen kein Kreatin. Kreatin übersteht den Magen-Darm-Trakt unverändert. Vom Darm gelangt es in den Blutkreislauf und von dort in die Muskulatur und das Gehirn.

Jede Zelle braucht Kreatin, denn es ist an der Energieherstellung beteiligt. In den Mitochondrien entsteht Energie in Form von Energiemolekülen, sie heißen ATP und enthalten drei Phosphat-Moleküle. Wird Energie verbraucht, gibt ATP ein Phosphat-Molekül ab. Es heißt dann ADP. In den Mitochondrien kann es wieder zu ATP recycelt werden, allerdings müssen dafür Phosphat-Ionen vorhanden sein. Genau hier kommt Kreatin ins Spiel. Phosphat-Ionen kommen nie allein vor, sie binden immer an irgendetwas, und zwar vor allem an Kreatin. Ist viel Kreatin in der Muskulatur oder den Gehirnzellen vorhanden, kann sehr viel ADP zu ATP recycelt werden. Den Zellen steht viel Energie zur Verfügung.


Eine gute Energieversorgung des Gehirns steigert die Konzentrationsfähigkeit.


Die Wirksamkeit des Kreatins zeigt sich besonders deutlich, wenn man über einen langen Zeitraum hoch konzentriert arbeiten muss oder zuvor zu wenig geschlafen hat.

Leider kennt man noch nicht die optimale Dosis, die zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit eingenommen werden sollte. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass man etwas mehr Kreatin einnehmen muss, als normalerweise für die verbesserte Kreatinversorgung der Muskulatur empfohlen wird.

Wahrscheinlich profitieren auch Parkinson-, ALS- und Huntington-Patienten von einer Kreatin-Supplementation.


Quelle: Dolan E, Gualano B, Rawson ES. Beyond muscle: the effects of creatine supplementation on brain creatine, cognitive processing, and traumatic brain injury. Eur J Sport Sci. 2019;19(1):1-14.


Über die Autorin:


"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.

Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:

„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"