Nenne ich sehr häufig im Gespräch mit Ihnen Ihre Krankheit. Ihren Unfall. Dann, wenn dieses Ereignis Sie zum Nachdenken gebracht hat, Ihnen eine Erholungspause verschafft hat und Sie darauf hin etwas geändert haben. In Ihrem Leben. Es manchmal buchstäblich auf den Kopf gestellt haben.
Langsam habe ich sie satt, die täglichen (vergeblichen) Telefonate, täglichen Beratungen zu den immer gleichen Fragen: Warum steigt mein Eiweiß nicht an? Weshalb ist mein Testosteron zu tief? (also Antrieb, Sex usw.) Weshalb habe ich so wenig Energie?
Es gibt keine eigenständige, isolierte Krankheit. Das gilt auch für sogenannte Kleinigkeiten. Es kann nicht sein, dass Ihre Haare ausfallen, dass Ihre Nägel splittrig sind, dass Warzen wachsen, dass Sie ein Ekzem bekommen… bei gesundem Körper.
Etwas Herrliches, wie jeder Radprofi weiß. Aber auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben schon Rückenwind im Alltag erlebt. Wenn die Aufgaben sich fast von alleine erledigen. Mit Leichtigkeit. Wie im Fluge…
Sehr, sehr häufige Klage. Sehen Sie: Das ist Alltag in einer Arztpraxis. Nicht der Gallenstein, der Herzinfarkt oder der Krebs. Nein, nein. Entweder ständige Müdigkeit oder aber Frösteln. Gute Ratschläge gibt’s zuhauf: Wechselduschen, treiben Sie Sport, „halten Sie sich warm“, … denke ich mir immer: Da fehlt nur noch „wandern Sie aus“. In die Kalahari.
Fast immer Spannungs-Kopfschmerz, sehr häufig Migräne sitzt mir tag-täglich gegenüber. Viele Male. Das pure Leid. Gequälte Gesichter, wenn sie die Anfälle schildern. Da verzieht sich das Gesicht. Immer wieder höchst eindrucksvoll, diese Körpersprache.