Zink zur Krebsprävention
In jeder Zelle wirkt Zink als stiller Regulator, als Schlüssel für unzählige Enzyme und Proteine, die das Zellwachstum steuern. Besonders bedeutsam ist seine Rolle für das Tumorsuppressorprotein p53. Dieses Protein entscheidet, ob eine Zelle sich teilt oder ob sie abstirbt, wenn in ihrem Erbgut ein Schaden entdeckt wird. Damit p53 seine Arbeit tun kann, braucht es Zink. Ohne das Spurenelement verliert p53 seine Form, kann die DNA nicht mehr richtig erkennen und fehlerhafte Zellen werden nicht mehr vernichtet. Ein stabiler Zinkstatus bedeutet also, dass die körpereigene Krebsabwehr besser funktioniert.
Zinkaufnahme und häufige Mangelursachen
Zink wird im Dünndarm aufgenommen. Transporter wie ZIP4 schleusen das Spurenelement in die Zellen der Darmschleimhaut und von dort in den Blutkreislauf. Ist die Darmschleimhaut entzündet oder durchlässig, wie es bei vielen Menschen der Fall ist, gerät dieser Mechanismus ins Stocken. Auch Medikamente wie Magensäureblocker, ACE-Hemmer, Diuretika, Antibiotika, Cortison oder Östrogene stören die Aufnahme. Selbst Menschen, die vermeintlich gesund essen, können betroffen sein. Phytate aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen binden Zink im Darm und verhindern seine Aufnahme. Daher haben Vegetarier und Veganer häufig einen Mangel.
Hinzu kommt, dass die wichtigsten Zinkquellen tierische Proteine sind. Fleisch, Fisch, Eier und Meeresfrüchte enthalten nicht nur viel Zink, sondern auch Aminosäuren, die die Aufnahme des Spurenelements fördern. Wer sich rein pflanzlich ernährt, nimmt meist deutlich weniger Protein auf. Die geringere Eiweißzufuhr verschärft den Zinkmangel zusätzlich, da Zink in Proteinstrukturen eingebettet ist und mit diesen in den Körper gelangt.
Bei Sportlern entsteht Zinkmangel meistens durch den Verlust über den Schweiß. Je mehr trainiert wird, desto mehr Zink geht verloren. Ältere Menschen sind ebenfalls gefährdet, da mit zunehmendem Alter die Aufnahmefähigkeit des Darms abnimmt. Auch viele Kinder leiden an Zinkmangel, weil sie häufig einseitig essen, wenig Proteine aufnehmen und die Darmgesundheit durch Zucker und Fertigprodukte belastet ist.
Zinkfingerproteine und die Krebsabwehr
Im Körper steuert Zink die Bildung sogenannter Zinkfingerproteine. Diese winzigen Strukturen enthalten Zink, die das Protein stabilisieren. Auch das Tumorsupressorprotein p53 zählt zu den Zinkfingerproteinen. Sie funktionieren nur in der durch Zink stabilisierten Form richtig. Verlieren sie ihre Form, können sie den programmierten Zelltod in entarteten Zellen nicht mehr auslösen. Die Zellen vermehren sich daraufhin unkontrolliert.
Zinkmangel wirkt aber noch auf weiteren Ebenen krebsauslösend. Einerseits durch die Fehlfunktion von p53, andererseits durch gestörte Immunprozesse. Das Immunsystem braucht Zink, um T-Zellen zu aktivieren und entartete Zellen zu erkennen. Ohne Zink werden Immunzellen träge, sie kommunizieren schlechter miteinander und Tumorzellen entkommen der Kontrolle. Außerdem führt Zinkmangel zu oxidativem Stress. Freie Radikale greifen die DNA an, und wenn Reparaturenzyme ohne ihren Zinkanteil nicht mehr richtig funktionieren, häufen sich die Schäden. Diese Kombination aus instabiler DNA, geschwächtem Immunsystem und fehlregulierten Genen öffnet Krebszellen Tür und Tor.
Die Untersuchung des Zink-Spiegels lohnt sich
Die Analyse des Zink-Spiegels im Blut kostet häufig weniger als 10 EUR. Das ist gut investiertes Geld, wenn man bedenkt, welche Auswirkung ein Zinkmangel auf das Krebsrisiko haben kann. Zink sollte nicht ohne vorherige Analyse subsituiert werden, da ein Zuviel an Zink das Immunsystem ebenfalls durcheinanderbringen kann.
Quelle: Kamaliyan Z, Clarke TL. Zinc finger proteins: guardians of genome stability. Front Cell Dev Biol. 2024;12:1448789. Published 2024 Jul 25. doi:10.3389/fcell.2024.1448789
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"
