17.03.2015
Hallo an Doris und Moni sowie alle weiteren Diskussionsteilnehmer,
bitte um Entschuldigung, wenn ich erst heute - etwas verspätet - zum Antworten komme. Eine Entfernung von 10 cm Dünndarm behindert m. E. die Resorption von NEM nicht. Allenfalls die fettlöslichen Vitamine (A,D,E und K) könnten etwas vermindert aufgenommen werden, hier wäre aber auch eine Injektion möglich, wenn die Spiegel im Blut zu niedrig sein sollten.
Azathioprin ist auch meiner Erfahrung nach selten hilfreich bei M. Crohn, meist überwiegen die Nebenwirkungen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit modernen Probiotika der österreichischen Firma Allergosan gemacht, v.a. mit dem Präparat "Omnibiotic Stress Repair". Es normalisiert mit insgesamt 9 oder 10 aufeinander abgestimmten Bakterienstämmen die Darmflora dahingehend, dass die chronische Entzündung und damit die Durchlässigkeit der Darmwand abklingt, die man auf Neudeutsch auch "leaky gut syndrome" nennt. Mein eigener Reizdarm ist so gut wie verschwunden!
Auch bei M. Crohn oder Colitis ulcerosa sind deutliche bis dramatische Verbesserungen möglich. Eine leichte Glutenunverträglichkeit ist sehr häufig, die bekannte Zöliakie ist oft nur die Spitze des Eisbergs. Wird sehr gut von dem amerikanischen Neurologen Dr. David Perlmutter in dem Buch "Dumm wie Brot" beschrieben, mit Beispielen, wie glutenfreie Ernährung oft zu erheblicher Besserung bis hin zur Beschwerdefreiheit führt.
Die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus verläuft sehr oft symptomarm, es muss keinesfalls das klassische Pfeiffer'sche Drüsenfieber - auch infektiöse Mononukleose genannt - auftreten. Vielfältige Gesundheitsstörungen können hierdurch mitbedingt sein, auch wenn ich nicht glaube, dass es hier im Vordergrund steht.
Zum Thema Progesteron: Kann in der Tat eine Rolle spielen, ich würde am 23./24. Zyklustag den Progesteronspiegel im Blut messen. Mich würden weiterhin auch Monis Alter und evtl. Pilleneinnahme interessieren (Deiner Schilderung entnehme ich nur eindeutig, dass Du noch nicht in den Wechseljahren sein kannst). Eine rein gestagenhaltige Verhütungsmethode (wie die östrogenfreie Pille, Hormonspirale oder das Implantat ("Stäbchen") könnte sich bei schlechter individueller Verträglichkeit hier auch negativ auswirken.
Im Bereich der NEM wirken oft Gamma-Linolensäure aus Nachtkerzenöl sowie Omega-3-Fettsäuren positiv. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Omega-3-Index gemacht, den auch Dr. Strunz propagiert - wenn er zu niedrig ist, gebe ich immer Omega-3, mit guten Ergebnissen.
Grüße vom Untermain in Nordbayern,
Joachim