11.11.2023
Hallo Uwe,
ich habe noch einmal Nachgelesen und Zitiere hier mal zum Thema Analyse im Vollblut:"Schwermetallbelastungen sind in einem Zeitraum von wenigen Tagen bis Wochen nach einer Exposition im Vollblut nachweisbar. So gilt der Bleigehalt im Vollblut als bester Parameter für die Feststellung einer akuten Bleiexposition in den letzten 3-5 Wochen, da Blei zu ca. 95% an der Erythrozytenmembran gebunden ist....." weiter...."Für den Nachweis von Metallbelastung sind Serumanalysen weniger geeignet.....Darüber hinaus ist zu beachten, dass viele Metalle aufgrund ihrer kurzen Halbwertzeit und Bindung in den Geweben dem Nachweis im Serum entgehen.".....weiter heißt es "...zur Abklärung einer chronischen Schwermetallbelastung konnten bisher nur Mobilisierungstests herangezogen werden...." Quelle: "Spezielle Labordiagnostik" 2.Auflage - Elsevier (Kirkamm/Zickgraf/Martin)
Insofern wäre meine Schlussfolgerung daraus, dass bei bestehender hoher Blutanalysewerten die Exposition auch weiter zu bestehen scheint.
Der Unterschied eurer Werte erklärt sich natürlich am leichtesten über unterschiedliche Exposition. Laut Burgersteiner (TRIAS) setzt sich unsere "normal" aufgenommene Bleimenge aus 75% Nahrungsmitteln, 15% Trinkwasser und 10% Atemluft zusammen....
Besonders belastet sind Pflanzen (Obst/Gemüse) oder Tiere (die diese Pflanzen fressen), Pilze (!) welche an Hauptverkehrsadern wachsen/leben (über die immer noch bestehende, hohe Bodenbelastung durch das bleihaltige Benzin). Früher wurde in der Landwirtschaft auch belasteter Dünger und Klärschlämme eingesetzt - auch diese Böden werden heute noch besonders belastet sein. Tomatenmark ist auch ein Produkt das hohe Werte aufweisen soll...
Weitere Expositionsquellen die eher individuell sind, können sein (wie von Elli geschrieben) Geschirr (Bleikristall, Keramik mit bleihaltigen Farben - oft Mitbringsel aus dem Ausland), Lippenstift, Haarfärbemittel (Bleiacetat), Tattoofarbe (vor allem in den Farben gelb, grün und weiß oder als Zusatz) oder aber auch Munition (z.B. bei Polizisten/Bundeswehr ein Thema die ja auch zu Übungszwecken mit Munition zu tun haben...). Ein interessanter Fakt, den man wahrscheinlich auch nicht auf dem Schirm hat: "Um den Verkaufswert von Drogen (z.B. Cannabis, Opium) zu steigern, wird zur Erhöhung des Gewichts Blei beigemischt, was zu akuten und chronischen Bleivergiftungen führen kann,..." Quelle: Klinische Chemie und Hämatologie (Lichtinghagen/Schff-Werner)
Der Unterschied Eurer Werte kann aber auch mit einer anderen "Ausgangslage" zusammenhängen. Gegenspieler von Schwermetallen sind z.B. Zink und Selen - je besser alle Nährstoffdepots aufgefüllt sind, desto schwerer haben es Schwermetalle sich anzulagern. Sie werden dann besser wieder ausgeschieden.
Bei der Schwermetallbelastung geht es auch um die kumulative Gesamtbelastung, also voll das Fass ist....
Wie du richtig schreibst ist die Suche nach der Ursache sehr komplex und kann daher dauern... Natürlich ist es wichtig die Ursache zu finden und abzustellen. Bis dahin sollte man meiner Meinung nach (im Hinblick auf die möglichen Folgen die entstehen können, wenn das Fass überläuft) dafür Sorgen, dass sich nicht noch mehr aufstauen kann.
Hier wäre natürlich auch ein wichtiger Aspekt, ob das eher ein Zufallsbefund war oder es konkrete Sympthome gibt. Insbesondere wenn Sympthome bestehen, würde ich nicht warten, sondern handeln.
Abgelagerte/eingelagerte Schwermetalle in den Organen und Knochen werden meinen Informationen nach am schnellsten und effektivsten mit Chelatbildnern ausgeleitet... dies ist aber erstens etwas für einen erfahrenen Therapeuten und zweitens auch nicht ohne Nebenwirkungen... Die Chelattherapie bindet nicht nur Schwermetalle, sondern auch Nährstoffe, weshalb hier auch wieder ein Problem entstehen kann - wie gesagt.... erfahrener Therapeut ist hier gefragt.
Prinzipiell gibt es aber einige Dinge die weniger Radikal (dennoch auch mit Nebenwirkungen möglich) funktionieren und vielleicht dafür sorgen könnnen, dass das Fass nicht überläuft....:
Generell gilt es alle Entgiftungsorgane zu stärken und zu Unterstützen - ganz wichtig Nieren und Leber. Viel Trinken!
Nährstoffe auffüllen (generell am Besten keine Defizite) Selen, Zink, Kalzium, Vitamin C, schwefelhaltige Aminosäuren, Vitamin E,...
Schwefelhaltige Pflanzenextrakte und Algen haben eine schwermetallausleitende Wirkung, wichtig sind viel Trinken (wegen der Niere) und Ballaststoffe (z.B. Flohsamenschalen am besten ganz feine Qualität gekapselt) um eine Bindung und Ausscheidung über den Stuhl zu unterstützen. Oft werden auch noch Bentonit/Zeolith usw. verwendet. Aber auch hier sollte man sich unbedingt vorher Schlau machen, da diese Dinge eine enorme Wirkung entfalten können.
Ich wünsche Euch viel Glück bei der Suche und das ihr das Problem bald beheben könnt...
Grüße, Sany