17.10.2017
Lieber Moritz,
zuerst einmal möchte ich sagen, wie leid es mir tut, wenn ich lese, dass ein sportlicher junger Mann schon so mit Erschöpfung zu kämpfen hat! Ich selbst kämpfe seit fast 10 Jahren mit einer Erschöpfung, die seit mittlerweile 2 Jahren so schlimm ist, dass ich kaum noch das Haus verlassen kann. Ursache ungeklärt.
Mir sagen Werte wie CK jetzt spontan nix (ohne google). Frage mich aber, ob du denn schon mal bei einem Internisten warst, wenn so viele Werte auf dem Standard Blutbild nicht i. O. sind?
Sprechen wir bei deinem Eisenwert von Eisen oder vom Ferritinwert? Die Frage ist doch, warum der Wert so extrem niedrig ist, obwohl du Injektionen bekommen hattest? Wo ist das ganze Eisen denn so schnell hin?
Wenn du so sportlich bist und unter Erschöpfung leidest, warum gehst du denn nicht zu Dr. Strunz und lässt die große Blutanalyse inkl. Aminogramm machen?
Ich kann es mir jetzt an der Stelle nicht vergneifen und muss dich noch darauf ansprechen, dass du sagst, ein Arzt hätte dir "Fatigue" diagnostiziert!?
Fatigue ist doch nur Englisch für Erschöpfung. Was genau hat er denn da diagnostiziert und was sagt er heute zu seiner Diagnose?
"Chronisches Erschöpfungssyndrom / Myalgische Enzephalomyelitis (CFS/ME) ICD10 GM G93.3
Der Begriff "Chronisches Erschöpfungssyndrom" beschreibt das zentrale Symptom der Krankheit, deren Ursache medizinisch bisher noch nicht abschließend geklärt ist. Man spricht vom CFS, wenn die Leistungsfähigkeit gegenüber dem gesunden Zustand permanent um mehr als 50% verringert ist und diese Situation mehr als sechs Monate besteht."
siehe www.fatigatio.de
Wenn man sich mit CFS beschäftigt, der Forschung dazu, dem Leid der Betroffenen und deren Familie, sieht man, wie groß die Not und das Leid unter Erschöpfung sein können! Ich habe Leute kennen lernen dürfen, die aufgrund von CFS bettlägerig und pflegebedürftig sind. Sogar Kinder gibt es, die betroffen sind.
Fast kein Arzt (mit Kassenzulassung) in Deutschland kennt diese Diagnose überhaupt bzw. ist bereit dazu den Code G93.3 niederzuschreiben, weil die Kassenärzte sowas auf die Psyche schieben und ansonsten hätten Sie nur Ärger mit den Krankenkassen, weil Blutparameter uvm. fehlen, um eine Diagnose gut zu begründen.
Ich musste das jetzt mal ansprechen, weil ich seit Jahren für diese Diagnose kämpfe und mir nicht vorstellen kann, das du sie einfach so bekommen hast. Wenn du nämlich wg. Erschöpfung ein paar mal beim Arzt vorstellig warst und der deine Blutwerte nicht besorgniserregend findet, landest du schnell bei nem Therapeuten und Antidepressiva.
Ich hoffe du findest einen guten Arzt bei dir in der Nähe, der dir helfen kann bzw. vll. machst du dich ja doch auf den Weg zu Dr. Strunz.
Alles Gute für dich!
Gruß, Tanja