03.07.2014
Liebe Saskia,
es tut mir sehr, sehr leid zu hören, daß Du Krebs bekommen hast. Vielleicht als Aufmunterung: meiner Frau geht es sehr gut. Sie hat sogar mal gesagt, das Jahr mit dem Krebs war ein richtig gutes Jahr für sie (wir sind beide unerschütterliche Optimisten und sehen immer die gute Seite der Medaille): die Behandlungen waren zwar unangenehm, aber sie hatte viel Zeit für sich und bekam sehr viel Zuspruch von Familie und Freunden. Wir haben inzwischen auch einen (Therapie-)Hund; ein lauffreudiger Labrador, mit dem sie jeden Tag 1,5-2h raus muss. Da hat der Schweinehund keine Chance. Bewegung ist ja die stärkste Waffe gegen das erneute Auftreten von Krebs.
Ich stimme Michaela 100%ig zu bzgl. Hormonsubstitution (ich habe inzwischen mehrere Meter Literatur hinter mir zu Krebs, NEMs, Ernährung, etc), doch meine Frau hat sich für die OP und Chemo + Bestrahlung entschieden. Ich habe ihre Entscheidung respektiert und sie dann voll unterstützt. Im Anschluß an die Behandlung hat sie sich dann gegen eine Hormontherapie mit Femara entschieden (Östrogenblocker), da sie starke Schmerzen in den Handgelenken bekam, die jetzt endlich fast vollständig abgeklungen sind. Ihre Beweglichkeit der Arme ist trotz Lymphknoten-OP uneingeschränkt, und sie hat sogar schönere Haare bekommen (kein einziges graues Haar dabei, und sie ist 49 Jahre alt), als vor der Behandlung. Die Ärzte sind immer ganz sprachlos ob ihres ausgezeichneten Zustands. Aktuelles Manko: Sie hatte für die Chemo einen Port gelegt bekommen, an dem sich vor vier Wochen eine Thrombose gebildet hat. Sie nimmt jetzt Blutverdünner, und wenn der Thrombus weg ist, lässt sie den Port entfernen. Sie hatte ihn präventiv drin gelassen, und das Risiko für eine Thrombose ist wohl relativ hoch. Trotz eines vorbildlichen Omega3-Index.
Welche Tipps kann ich / können wir Dir nun geben (wobei ich vermute, daß Du die Behandlung bereits hinter Dir hast - Du bist "seit 1 Jahr in einer ähnlichen Lage"):
1. Informiere Dich über konventionelle und „alternative“ Behandlungsansätze, und entscheide Dich – und dann schaue nicht mehr zurück, sondern ziehe es durch und glaube daran.
2. Lass Dich von den Ärzten und Krankenschwestern nicht runterziehen. Wir könnten ein Buch darüber schreiben. Beispiel: Am Tag nach der OP meinte eine Krankenschwester zu ihr „Ich habe noch keine Patientin mit Ihrem Krebs gesehen, die nach fünf Jahren noch gelebt hat.“ Und ihr Onkologe, ganz behutsam und mitfühlend: „Sie sollten in den nächsten fünf Jahren die Dinge tun, die sie schon immer tun wollten“.
Also: Mach’s wie meine Frau – sehe die Krankheit als Chance, Dinge in Deinem Leben zu ändern und schaue optimistisch in die Zukunft. Wenn sich nichts ändert, ändert sich nichts.
3. Falls Du Dich für Chemo entscheidest: Vor jeder Behandlung 3 Tage fasten nach De Longo.
4. Weiterhin Finger weg von allen KH, dafür viel gesundes Fett und EW.
5. Unterstützend zur Chemo (falls), ausreichend NEMs. Meine Frau hat z.B. unterstützende Vit-C Infusionen erhalten, plus die NEMs, die wir sowieso schon nehmen. Sie war bei einem Heilpraktiker, der mit der Uni-Klinik zusammenarbeitet.
6. Yoga und Meditation hat meiner Frau sehr gut getan und macht sie weiterhin; allerdings zu wenig, gilt für uns beide. Wir haben’s noch nicht geschafft, die Meditation in den Tagesablauf einzubauen wie das Zähneputzen. Ist m.E. aber unbedingt notwendig! Nicht nur bei Krebsbehandlung, sondern um grundsätzlich das Immunsystem zu stärken. Hr. Dr. Strunz hat uns das auf seine charmante Art im März nochmal eindrücklich ans Herz gelegt.
Ich wünsche Dir alles, alles Gute und viel Kraft und Optimismus. Du schaffst das!
@Michaela: An dieser Stelle mal herzlichen Dank für Deine Beiträge. Die sind eine echte Bereicherung für dieses Forum. Und Du hast Recht:
Trotz der Lebensweise meiner Frau (LC, Sport, NEMs, …) hat sie Krebs bekommen.
Aber wegen ihrer Lebensweise werden wir zusammen unseren 100ten Geburtstag feiern, den wir mit einem Jive eröffnen werden. :-)
Schlanke Grüße,
Ralf