29.05.2015
Hallo,
wenn du Obst auf Fruktose zu reduzieren versuchst denkst du sehr eindimensional. Obst ist so viel mehr: Ballaststoffe, Glucose, Flavinoide, Polyphenole....Wenn du zwei Äpfel oder 1 Tasse frische, wilde Heidelbeeren isst, siehst du jetzt nur die 10 Gramm Fruktose- die eine gesunde Leber locker wegsteckt! Gesund heisst das Stichwort! Wieso muss man denn auch immer gleich vom Worstcase (Fettleber und metabolisches Syndrom inkl. Diabetes) ausgehen und daraus eine allgemeine Regel aufstellen? Dann ist es doch eh schon zu spät.
Die Fettleber dürfte sich zuvor aber neben der Fett- und(!) Kohlenhydratemast (leicht zu sehen an den hohen Werten von Triglyceriden) totsicher aus der Fruktoseüberlast dank Softdrinks und Zuckergebäck entwickelt haben. Und aus dem ach so gesunden Heidelbeerjoghurt. Dass der aber zuvor mit 15% Zucker (soit: 7,5% Fruktose) versehen wurde wird so gerne übersehen. Und jetzt wird stattdessen auf die armen Heidelbeeren miti ihren 10 Gramm Fruktose eingeprügelt, auf die man alles schlechte projeziert. Totgeprügelt werden sollen sie sogar, eine neue Form der Hexenjagd...Mann o Mann, da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln.
Genauso mit dem Krebs: dass man zuvor(!) bereits mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dank Polyphenolen wie sie im Obst, vor allem aber in Beeren und deren Samen, vorkommen, verhindert hätte. Jetzt, wo es schon zu spät ist, waren es auf einmal die Beeren und der Apfel gewesen, die den Krebs erzeugt haben und am Leben erhalten. Die wieder und wieder eindimensional betrachtet und auf die Fruktose reduziert werden. Dabei bringt ein schnelle Suche innerhalb von kürzester Zeit bereits solche Ergebnisse zu Tage:
Anticancer and Cancer Chemopreventive Potential of Grape Seed Extract and Other Grape-Based Product
pubmed-ID 2728696
Effect of anthocyanin fractions from selected cultivars of Georgia-grown blueberries on apoptosis and phase II enzymes.
pubmed-id 17381106
Im übrigen springt nicht jeder Krebs auf Carbs an, nur die mit dem aktiven TkTl1-Gen. Die anderen fütterst du mit Fett dagegen groß. Soviel zum pauschalen "No carb und du bist kugelsicher". Weiterhin werden auch beinahe alle anderen Substrate von Krebszellen benötigt, auch die vielen Proteinshakes, die du dir reinhaust. Die dadurch erfolgte Aktivierung von mTOR, IGF1 und Wachstumshormon macht ihn auch groß! Ein Krebs will ja auch wachsen! Und ein Krebs, der bereits an der Blutversorgung hängt, sieht ja auch nur den Blutzucker, also den Zucker, der im Blut zirkuliert. Dass dein(!) Blutzuckerwert bei Ketose aber mit der Zeit nach oben kriecht, wie hier im Forum bereits mehrfach gezeigt worden ist (miss nach 2 Monaten Ketose doch mal deine Nüchtern-Blutzucker und staune!), sieht der Krebs mit TkTl1 aber sogar MEHR Glukose zum Vergären. Die Ketose füttert ihn in diesem Falle sogar noch...
Was ich damit sagen möchte:
Permanente Ketose ist unnatürlich und bei Krebs nicht das Allheilmittel. Hilfreich bei einer aktuellen Chemo, ja. Und bei nachgewiesenem TkTl1-Gen schubweise solange der krebs noch klein ist, also noch nicht an der Blutversorgung hängt und solange dein Nüchtern-BZ dabei nicht nach oben abhaut.
Und Fruktose aus natürlichen Nahrungsmitteln in ihrer natürlicher Form und in natürlichen Mengen- die Fruchtsaftflasche und der Smoothiemaker kommen in der Natur jedenfalls nicht vor, oder?- sind auch vollkommen in Ordnung. Sie sind Teil unseres natürlichen Entwicklungsprozeßes gewesen (Tipp: selbst die Inuit essen Beeren und existieren erst seit 3000 Jahren, weniger ein Drittel dessen, was den Ensatz des Ackerbau ausmacht).