Wie sinnvoll der Parameter "Glykämische Last" ist, darf durchaus bezweifelt werden, da er lediglich auf ein einzelnes Lebensmittel bezogen ist. Für sinnvoller würde ich den Food-Insulin-Index (FII) halten, der den Bezug einer Mahlzeit(!) zum Insulinausstoß herstellt (Mahlzeiten normiert auf 2000kcal).
Weißbrot wurde hier z.B. mit einem FFI von 100 definiert. Pizza mit Coca-Cola landet dabei z.B. bei 61, Pasta mit Linsen bei 49 und ein Steak mit Kartoffeln bei 86 (das Steak alleine bei 51).
KH sind grundsätzlich per sé weder böse, schlacht oder ungesund. Gleiches gilt für Insulin und Insulinausschüttungen.
Was hingegen schlecht und ungesund ist:
- Chronisch hohe Blutzuckerspiegel
- Chronisch hohe Insulinsekretion
- Chronische Insulinresistenz (egal ob physiologisch oder pathologisch)
- Chronisches Überfrachten der Zellen mit Energiesubstraten (egal welche)
- Chronisches HF mit Energieüberschuß für die Zellen
- Chronisches Entzündungsgeschehen im Körper
Was hingegen nicht schlecht und ungesund ist:
- gelegentliche rasch wieder abklingende Insulinpeaks nach einer Mahlzeit
- gelegentliches Überangebot an Energiesubstraten (egal welche)
- gelegentliches Unterangebot an Energiesubstraten
- High-Carb, wenn man metabolisch flexibel und insulinsensitiv ist
- Geringe Mengen Zucker/Fruchtzucker (im richtigen Kontext auch moderat größere Mengen)
- Temporäre akute Entzündungen
Die Grundmechanismen sind dabei völlig unabhängig von der Zusammensetzung der Ernährung oder der individuellen Stoffwechselausprägung:
- Überschuss an Energiesubstrat für die Zellen führt zu Insulinresistenz (Selbstschutz der Zelle)
- Defizit an Glukose kann ebenfalls zu Insulinreistenz führen (physiologisch)
- Ohne Kaloriendefizit keine Gewichtsreduktion (Fettmasse)
- Ohne ausreichende passende Nähr- und Vitalstoffe ist nur eine begrenzte Verbesserung der Insulinsensitivität möglich
- Je nach individueller Stoffwechselveranlagung führt eine individuell optimierte Nahrungszusammensetzung auch zu einem optimierten/gesteigerten Grundumsatz und erleichtert so, ein Kaloriendefizit zu erreichen (ggf. sogar trotz gesteigerter Kalorienzufuhr)
Wer immer wieder nur auf seine einseitigen Ernährungsempfehlungen und Richtlinen als OSFA verweist, hat kein Interesse an einer sachlichen Diskussion, sondern will nur seine Ernährungsidiologie verbreiten.
Schon der Wissenschaftphilosoph Karl Popper wusste: "Der Naturwissenschaftler ist ebenso parteiisch wie alle anderen Menschen" und "er ist leider gewöhnlich äußerst einseitig und parteiisch für seine eigenen Ideen eingenommen."
Das mag auch noch eine Steigerung erfahren, wenn man mit seinen Ideen persönlichen Wohlstand erwirtschaftet.