Für mich sind das erst einmal zwei verschiedene Dinge. Die Teilnehmer sind in der Studie ja nicht einfach nur barfuß herumgelaufen. Sie haben acht Wochen lang dreimal pro Woche Fuß und Sprunggelenk trainiert. Danach waren die Schmerzen geringer und die Funktion besser. Auch beim Chair-Stand-Test schnitten sie besser ab. Ob ein Barfußschuh denselben Effekt bringt, ist damit aber noch längst nicht gesagt.
Völlig abwegig finde ich die Überlegung allerdings auch nicht. Eine ältere Untersuchung hat beim Barfußgehen eine geringere Belastung im Knie gemessen. Dann gibt es noch eine kleinere Langzeitstudie zu flexiblen, flachen Schuhen. Dort berichteten Frauen mit Kniearthrose über weniger Schmerzen und eine bessere Funktion. Für die Aussage, Barfußschuhe gehörten grundsätzlich zur Arthrosebehandlung, ist mir das aber noch deutlich zu wenig.
Ich würde nicht sofort den ganzen Alltag umstellen, sondern erst einmal vorsichtig testen. Am Anfang vielleicht nur ein paar Minuten auf ebenem Boden. Gleichzeitig würde ich weder die Strecke noch das Sportpensum erhöhen. Am nächsten Tag merkt man meist recht deutlich, ob sich Knie, Wade oder Fuß irgendwo melden. Bei flacheren Schuhen fühlten sich meine Füße anfangs tatsächlich freier an. Dafür haben sich die Waden schon nach kurzer Zeit ziemlich deutlich gemeldet. Ich würde die Umstellung deshalb wirklich nicht übertreiben.
Wer eine stärkere Fehlstellung, eine gereizte Achillessehne oder kaum Gefühl in den Füßen hat, sollte vorher lieber mit dem Physiotherapeuten oder Orthopäden sprechen. Kurze Barfußphasen kann ich mir zusätzlich zu den Übungen gut vorstellen. Die Übungen einfach dadurch zu ersetzen, wäre mir dagegen zu wenig.