Hallo,
Um eines vorab klarzustellen. Ich hab keine Aktien bei Pose in irgendeiner Form drin.
Das Thema aufgrund des ersten Postings von Chris ist auch nicht möglichst schnell und effizient zu laufen, sondern möglichst verletzungsfrei.
Kommen wir zu den Kritikpunkten:
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esoterisch.
Kann ich bei Pose nicht nachvollziehen. Bei Chi-running eher. Mmn ist das philosophische Backing unerheblich. Yoga kann man auch in die Esoterikecke abschieben. Unterm Strich kommt es auf die Wirkung/das Ergebnis an.
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Vortrieb mittels Schwerkraft.
Ist ein häufig genannter Kritikpunkt.
Bitte mal folgendes beim nächsten Lauf ausprobieren:
- Der Körper ist gerade nach oben ausgerichtet
- Mann/Frau verzichtet auf Hüftstreckung und Abdrücken mit den Füssen.
- der Fuß wird in Richtung Hüfte hochgezogen und anschließend in etwa unter dem Schwerpunkt aufgesetzt
Bitte dann mal die Zeit messen, die man für eine sagen wir mal 5 km Strecke braucht.
Ich denke ohne Vorwärtsneigung des Körpers wird es nicht recht gut funktionieren. Je stärker die Neigung (max. bis ca. 20 Grad) desto schneller wird man. Ist für jedermann jederzeit nachprüfbar. Ob das jetzt der Gravitation geschuldet ist??? Geschenkt.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Umsetzung rein technisch nicht einfach ist. Man ist nämlich „geneigt“ in der Hüfte abzuknicken.
Um kurz auf die Frage von Hans einzugehen:
„Kann ich dann auf einem Planeten mit vielleicht 10-100-facher Gravitation noch schneller laufen - oder bin ich eher platt wie eine Flunder?“
Bin nicht sicher. Ich tippe du könntest schneller laufen, bräuchtest dann aber – sofern man das so einfach linear extrapolieren kann – auch die 10-100 fache Muskulatur und würdest schätzungsweise ausschaun wie Hulk. Mindestens.

Machen wir das Gedankenexperiment mal zur Abwechslung andersrum: Sicher hast du die Bilder von der Mondlandung im Kopf. Mal angenommen ein Astronaut würde auf dem Mond und auf der Erde eine 100 m Strecke laufen. Wo wäre er schneller?
Zur Güte: Ich glaube, dass die „Gravitations-Kritik“ nicht zielführend ist.
Kommen wir zu den ernstzunehmenden Einwänden:
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Effizienz
Ich hab lange gesucht bis ich auf eine Erklärung gestoßen bin. Es wird argumentiert, dass die schlechtere Effizienz mit der höheren Schrittfrequenz zu tun haben könnte.
Das kann ich nicht beurteilen. Ich hab nur gelesen, dass die Pose-Methode sich vor allem bei den Triathleten einer gewissen Beliebtheit erfreut.
Außerdem fehlt mir der Bezug.
Ineffizienter gegenüber welcher anderen Lauftechnik? Gegenüber der klassischen Lauftechnik von Spitzenläufern. Ja.
Gegenüber der Technik der durchschnittlichen Freizeitläufer. Nein.
In dem Zusammenhang bitte sich die zahllosen Videos auf dem bekannten Videoportal zu Gemüte führen.
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Verletzungen Achillessehne, Waden.
Da ist was dran. Die Probleme hast du auch bei Natural Running, also bei jeder Vor- oder Mittelfußtechnik. Deshalb gilt die allgemeine Empfehlung die Wadenmuskulatur aufzutrainieren und die Achillessehne zu dehnen (siehe z.B. Dr. Strunz, Dr. Marquart). Im Zweifelsfall ist die Pose-Technik dann eben nicht geeignet.
Um mich zu wiederholen. Ich möchte Pose-Running nicht als das Non-Plus-Ultra bewerben. Es ist evtl. e i n e Möglichkeit relativ verletzungsfrei über die Runden zu kommen. Vor allem bei Kniebeschwerden.
Dem Fazit des von Thorsten verlinkten Artikels würde ich mich anschließen.
Grüße
Reinhard.
