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Hallo Adam,
ich habe gestern auch gleich nach der Studie gegoogelt und sie mal überflogen. Auf dein "aber" unten bin ich auch gekommen, das genaue Lesen war mir zu zeitintensiv. Danke fürs Aufbereiten.
Liebe Grüße, Nicole
@ Patricia: Jeder hat heute wundervolle Recherchemöglichkeiten fast kostenlos zur Hand. Ich schenk dir meine Ergebnisse, weil ich auch näheres wissen wollte:
Die von Dr. Strunz zitierte Studie mit den sehr spezifischen Parametern (296 Teilnehmer, 14 Jahre Laufzeit, PET-CT-Scans für Amyloid und Tau) ist die folgende:
Die Original-Studie
• Titel: Association of Physical Activity With Low Cognitive and Functional Decline in Asymptomatic Older Adults With High Amyloid and Tau Levels
• Autoren: Jennifer S. Rabin et al. (unter Mitwirkung des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School).
• Veröffentlicht in: JAMA Neurology (ursprünglich 2019, jedoch oft in aktuellen Kongressvorträgen, z. B. von Prof. Berlit, als Goldstandard zitiert).
Warum Dr. Strunz "Professor Berlit" nennt
Prof. Dr. Peter Berlit ist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Er hat diese speziellen Studienergebnisse (die 296 Probanden der "Harvard Aging Brain Study") in aktuellen Fachvorträgen und Pressemitteilungen (u. a. Anfang 2026 oder Ende 2025 auf dem DGN-Kongress) hervorgehoben, um die biologische Wirksamkeit von Bewegung zu belegen. Dr. Strunz bezieht sich also auf die Interpretation von Prof. Berlit dieser US-Studie.
Die Kerndaten der Studie (Fakten-Check)
1. Die Teilnehmer: Es wurden exakt 296 kognitiv gesunde, ältere Erwachsene untersucht.
2. Die Methode: Sie trugen Schrittzähler und erhielten regelmäßige PET-Scans. Dabei wurde gemessen, wie viel "Müll" (Beta-Amyloid und Tau-Proteine) sich im Gehirn ansammelte.
3. Das verblüffende Ergebnis: * Selbst wenn Menschen bereits biologische Anzeichen von Alzheimer (Ablagerungen) im Gehirn hatten, schützte körperliche Aktivität vor dem tatsächlichen geistigen Verfall.
• 7.500 Schritte täglich verlangsamten den kognitiven Abbau und den Verlust von Hirnvolumen massiv.
• Die von Strunz genannten 51 % beziehen sich auf die Verlangsamung des Verfalls bei Probanden mit hoher Amyloid-Last im Vergleich zu inaktiven Personen mit gleicher Last.
Warum das "P.S." von Dr. Strunz wissenschaftlich einen Haken hat
Dr. Strunz suggeriert, dass 20.000 Schritte noch besser wären. Die Datenlage (auch aus der großen UK-Biobank-Studie mit 78.000 Teilnehmern, die oft im gleichen Atemzug genannt wird) zeigt jedoch einen Sättigungseffekt:
• Der größte "Gewinn" pro Schritt passiert zwischen 0 und 8.000 Schritten.
• Bei etwa 10.000 Schritten flacht die Kurve ab. 20.000 Schritte schaden zwar nicht, bringen aber für die Demenzprävention keinen proportionalen Zusatznutzen mehr gegenüber 10.000 Schritten.
P.S. Wenn du dich noch näher mit der Studie beschäftigst, wirst du auch herausfinden welchen Einfluss Intensität hat. Aber das überlasse ich deinen eigenen Recherchen.
„Bewegung hält Ihr Gehirn jung.“
Zumindest, wenn einige weitere Faktoren dazukommen. Einverstanden.
„Jetzt durch eindeutige Messung bewiesen.“
- Wie denn?
- Wie viele Personen waren in der Kontrollgruppe?
- Wie viele Schritte legte die Kontrollgruppe zurück? 0 Schritte? 500 Schritte? 1.000 Schritte?
- Wurde darauf geachtet, dass die anderen Faktoren, die einen Einfluss auf das Gehirn haben, in beiden Gruppen in etwa gleich verteilt waren, also vor allem die Faktoren Ernährung und geistige Tätigkeiten?
Da so genaue Zahlenwerte (40%, 51%) angegeben werden, interessieren mich die Antworten sehr.
Sg. Herr Dr. Strunz, es war eine große Freude, wieder eine news von Ihnen zu lesen. Sie sind einfach motivierend und inspirierend! Ich habe Ihnen sehr viel zu verdanken! Danke!