Forum: Gesundheit - Die Andropause – die Wechseljahre des Mannes

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Adam A. 115 Kommentare Angemeldet am: 27.06.2020

Laut KI:

Meine ärztliche Logik: Die System-Optimierung

In der Orthomolekularmedizin betrachten wir den Mann als biochemisches Gesamtsystem. Wenn das Testosteron sinkt, ist das meist ein Symptom, keine isolierte Ursache. Meine Strategie verfolgt daher drei Ziele:

1. Die Umwandlungs-Bremse: Wir verhindern, dass Testosteron durch das Enzym Aromatase (vor allem im Bauchfett) in Östrogen umgewandelt wird.

2. Die Befreiung des Hormons: Wir senken das SHBG (Transportprotein), damit das Testosteron nicht im Blut „festklebt“, sondern als freies Testosteron biologisch aktiv werden kann.

3. Die Stress-Entlastung: Cortisol ist der direkte Gegenspieler. Ein hoher Stresspegel signalisiert dem Körper, die Fortpflanzungshormone zugunsten des Überlebensmodus abzuschalten.

Das orthomolekulare Protokoll: Die Wirkstoff-Liste

Hier sind die entscheidenden Mikronährstoffe, die ich in der Praxis einsetze, um die hormonelle Eigenproduktion wieder zu befeuern:

• Zink (25–50 mg, z. B. als Zinkpicolinat): Es wirkt als natürlicher Aromatasehemmer. Es schützt Ihr Testosteron davor, in Östrogen umgewandelt zu werden, und ist essenziell für die Signalübertragung in den Hoden.

• Vitamin D3 (Zielwert: 50–70 ng/ml): Vitamin D ist die Basis der Steroidhormon-Synthese. Ein Mangel führt fast unweigerlich zu niedrigen Androgenspiegeln.

• Magnesium (ca. 400 mg, vorzugsweise als Magnesiumbisglycinat): Magnesium verringert die Bindung von Testosteron an das SHBG. Dadurch zirkuliert mehr bioverfügbares, also wirksames Hormon in Ihrem System.

• Bor (3–6 mg täglich): Ein oft übersehenes Spurenelement, das hocheffizient das freie Testosteron anhebt und Entzündungsmarker senkt.

• Omega-3-Fettsäuren (mind. 2 g EPA/DHA): Sie reduzieren Entzündungen im Gewebe, die die Produktion in den Leydig-Zellen der Hoden stören könnten, und verbessern die Rezeptorempfindlichkeit.

• Ashwagandha (KSM-66 Extrakt): Als Adaptogen senkt es nachweislich das Cortisol und nimmt so den „Stress-Druck“ von der hormonellen Achse.

Diagnostik und therapeutische Schritte

Ein seriöses Protokoll beginnt immer mit einer präzisen Bestimmung der Ist-Situation:

• Umfassendes Labor: Wir messen nicht nur das Gesamt-Testosteron, sondern zwingend das freie Testosteron, SHBG, Östradiol, LH/FSH (um die Steuerung zu prüfen) und das DHEA-S als Marker für die Nebennierenkraft.

• Lifestyle-Korrektur: Krafttraining (besonders Beine und Rücken) triggert die natürliche Ausschüttung von Wachstumshormonen. Gleichzeitig muss der Insulinspiegel durch eine kohlenhydratbewusste Ernährung stabilisiert werden, da Insulinresistenz der größte Feind der Testosteronproduktion ist.

• Bioidentische Hormontherapie (bHRT): Sollten die orthomolekularen Maßnahmen nicht ausreichen, nutzen wir bioidentische Testosteron-Gele oder Depotspritzen. Hierbei ist das Ziel eine physiologische Einstellung, die Ihre Vitalität und Libido wiederherstellt, ohne das System künstlich zu übersteuern.

 

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Roger 1529 Kommentare Angemeldet am: 18.04.2020

Hallo Martin,

hier kann ich nur zustimmen und DHEA ist evtl. eine gute Idee! So könntest Du z.B. eine Cortisol Tagesprofil erstellen lassen und das Cortisol/DHEA Verhältnis bei Bedarf mittels DHEA normalisieren. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten und mein Bruder nimmt seit einigen Wochen Progesteron ein (Privatarzt). Durch die Reduktion evtl. stiller Entzündungen steigt die Pregnenolon Synthese und danach kannst Du Progesteron wahrscheinlich wieder ausschleichen. Viele Grüße und eine schöne Woche!

Roger

 

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Martin F. 1660 Kommentare Angemeldet am: 28.05.2018

Hallo Zusammen,

Den Artikel fand ich sehr interessant.

Allerdings interessiert mich noch mehr, was Mann dagegen tun kann.

Macht es Sinn jetzt DHEA zu schlucken, oder sich vom Arzt Testosteron verschreiben zu lassen? Nebenwirkungen?!?!? z.B. Prostata?

Welche Nahrungsergänzungsmittel wirken hier nachweislich positiv?

 

LG

 

Martin

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