22.11.2019
(Info: Ursprüngliche Nachricht war 3 Mails zuvor. U. a. wurde ein Schreibfehler korrigiert.)
Hallo Huland,
es gibt da theoretische Überlegungen, dass ein erhöhter Tryptophan-Serum-Spiegel ggf. deutliche Wirkung zeigt beim Verzehr eines Apfels als Zwischenmahlzeit. Kohlenhydrate locken ja die AS in den Taxistand Richtung Gehirn. Außerdem: Bei hoher Einnahme von Tryptophan abends kann es sein, dass man am Folgetag zu viel Melatonin gebildet hat, und - vor allem im Winter bei fehlenden morgendlichen Tageslicht - nicht so richtig lebendig und wach wird. Tryptophan oder auch 5-HTP-Trptophan kann eben zwischen den Mahlzeiten eingenommen auch müde machen. Abgesehen von diesen theoretischen Überlegungen - und vor allem wie und ob die sich dann praktisch auswirken - sind meine eigenen Erfahrungen mit Tryptophan recht verschieden. Als Einschlafhilfe hatte es mal gute Wirkung, es gab auch Zeiten, da hat es gar nichts gebracht. (Kuklinski (1*) schreibt, dass es bei Entzündungen / Infekten kontrainduziert ist, die AS einzunehmen. Dann gibt es da ein Posting von Dr. Strunz, dass eine Indikation von Tryptophan bei Darmerkrankungen nach neustem Wissen vorliegt. Im Internet gibt es Seiten die zur Vorsicht bei Trytophan-Einnahme raten, wenn der Histamin-Spiegel zu hoch ist, wobei sie keine klaren Begründungen liefern.)
An anderer Stelle schrieb Dr. Strunz in den News, dass 10 g Tryptophan eine deutliche Wirkung zeigen. In seinem Eiweißbuch beschreibt er eine physiologische Tagesmenge von 2-3 g als Bedarf, wobei die AS nicht ausschließlich isoliert aufgenommen wird. Ob die hieraus resultierende Überlegung den Plasma-Spiegel anzuheben - wer isst schon mit der Nahrung 3 g Tryptophan am Tag? - etwas bringt, ist in der Tat fraglich.
Außerdem muss man sich auch fragen, ob nicht auch ein erhöhter physiologischer Bedarf an der AS (z. B. Aufbau von Muskulatur) sich zerebral auf die Stimmung auswirkt.
Hallo Peter,
besten Dank für Deinen Link. (Es wird eine Weile dauern, bis ich das Info verstanden und übersetzt habe.)
Zum Thema Tryptophan und ausreichender zerebraler Spiegel:
Ob bei depressiven Prozessen generell zu wenig Try zerebral vorhanden ist, ist in Frage zu stellen. Bei manchen ist es so, dass der limitierende Faktor im Stoffwechsel darin besteht, dass die Carrier (Transport-Eiweiße) einerseits eine verkürzte Struktur haben und andererseits von der Synthesemenge her genetisch begrenzt sind.(*2) Außerdem kann die Einnahme von Try kontrainduziert sein, da der ungenügende Abbau der AS ein zu viel an Xanturensäure ergibt, welche ein Nervengift ist.(*1) Weiterhin wird bei genügend vorliegendem Try bei hohem oxidativen Stress – der bei neurodegenerativen Prozessen (z. B. Leaky Brain / (Begriff von Leaky Gut abgewandelt) – vorliegt, Try oxidativ denaturiert.(*I) (*3) Anstatt Try einzunehmen, ist in manchen Fällen intelligenter niedrig dosiertes Lithium zu supplementieren. (*4) So wird der Spiegel von Try erhöht und es erfolgt zugleich eine Regulierung des gesamten Neurotransmitter-Systems. Auch die Monoaminooxidase – das Try abbauende Enzym– wird somit erhöht. Nanu, das ist doch genau jenes Enzym, dass aufwendig mit Pharmaka „bekämpft und gehemmt wird“, damit genug Try zerebral vorliegt um die Symptome der Depression zu verringern, mit dem sich BigMcPharma einen goldenen Ar… verdient? Lithium unterstützt diese Monoaminooxidase, somit kommt das gesamte System wieder ins Gleichgewicht, denn die Aktivität des Enzyms bezieht sich nicht nur auf Try. Das hat sich ja mittlerweile schon herumgesprochen: Wer an Try denkt, sollte ggf. vor allem Lithium im Blick haben. (Die in vielen Büchern zu findende Standardantwort von Try-Gabe bei Depression ist recht einfach gestrickt, manchmal passt sie, manchmal nicht.)
LG
Claudia
(*1): Dr. sc. Med. Bodo Kuklinski: Mitochondrien
(*2): Jörg Blech: Die Krankheitserfinder
(*3): Abram Hoffer: Orthomolecular Medicine For Everyone
(*4):James Greenblatt: Lithium
(*I): Indikation für Niacin: das potente zerebrale Antioxidans (*3)