ZUSAMMENFASSUNG DER STUDIE PMC2831640

„Clinical Experience of a Diet Designed to Reduce Aging“ (2009)

 

AUTOREN

Ron Rosedale, Eric C. Westman, John P. Konhilas

Journal of Applied Research

 

STUDIENTYP

Retrospektive klinische Auswertung von Patientendaten (keine randomisierte Studie, keine Kontrollgruppe)

 

ZIEL DER STUDIE

Untersuchung, wie sich eine bestimmte Ernährungsweise auf Stoffwechsel- und Hormonparameter auswirkt, die mit Alterung, metabolischem Stress und altersassoziierten Erkrankungen in Verbindung stehen.

Untersuchte Marker:

 

  • Nüchternblutzucker
  • Insulin
  • Leptin
  • Triglyceride
  • Körpergewicht
  • Schilddrüsenhormon freies T3

 

 

GRUNDHYPOTHESE

Chronisch erhöhte Werte dieser Marker beschleunigen Alterungsprozesse und erhöhen das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere chronische Krankheiten. Eine Senkung könnte gesundheitsfördernd wirken.

 

METHODIK

 

  • Retrospektive Analyse von Patientenakten
  • 31 erwachsene Patienten
  • Durchschnittsalter ca. 58 Jahre
  • Teilnahme an einem ärztlich begleiteten Stoffwechsel-Programm
  • Programminhalte:
    • Kohlenhydratreduzierte Ernährung
    • Relativ fettreiche Ernährung
    • Moderate Proteinzufuhr
    • Nahrungsergänzung
    • Regelmäßige ärztliche Betreuung
  •  

 

 

BEOBACHTUNGSZEITRAUM

Etwa 3 Monate

 

ERGEBNISSE (Durchschnittliche Veränderungen)

 

  • Körpergewicht: minus 8,1 Prozent
  • Leptin: minus 48,2 Prozent
  • Insulin: minus 40,1 Prozent
  • Nüchternblutzucker: minus 7,6 Prozent
  • Triglyceride: minus 28,3 Prozent
  • Freies T3: minus 10,8 Prozent
  • Triglycerid/HDL-Verhältnis: Verbesserung von 5,1 auf 2,6

 

 

Alle Veränderungen waren statistisch hochsignifikant (p < 0,001).

 

INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

 

  1. Insulin und Blutzucker
    Der starke Rückgang von Insulin und die Senkung des Blutzuckers sprechen für eine deutliche Verbesserung der Insulinsensitivität. Das bedeutet ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes und weniger metabolischen Stress.
  2. Triglyceride und Fettstoffwechsel
    Die deutliche Reduktion der Triglyceride und die Verbesserung des Triglycerid/HDL-Verhältnisses deuten auf ein geringeres kardiovaskuläres Risiko hin.
  3. Leptin
    Leptin ist ein Hormon, das Fettmasse, Hunger und Entzündungsprozesse widerspiegelt. Sehr hohe Leptinwerte sind oft ein Zeichen von Leptinresistenz und chronischer Entzündung. Der starke Abfall spricht für eine verbesserte hormonelle Regulation.
  4. Gewichtsverlust
    Ein moderater Gewichtsverlust von etwa 8 Prozent innerhalb von 3 Monaten ist klinisch relevant und erklärt einen Teil der Verbesserungen, aber nicht alle (einige Effekte treten auch unabhängig vom Gewicht auf).
  5. Schilddrüsenhormon
    Der leichte Abfall von freiem T3 wird von den Autoren als mögliche Anpassung an einen effizienteren Energiestoffwechsel interpretiert, nicht zwingend als krankhaft.

 

 

WISSENSCHAFTLICHE EINORDNUNG

 

STÄRKEN

 

  • Reale klinische Daten aus der Praxis
  • Mehrere relevante metabolische Marker gleichzeitig betrachtet

 

 

EINSCHRÄNKUNGEN

 

  • Kleine Stichprobe
  • Keine Kontrollgruppe
  • Keine Randomisierung
  • Retrospektives Design
  • Keine Aussagen über langfristige Effekte oder tatsächliche Lebensverlängerung möglich

 

 

FAZIT DER STUDIE

Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen metabolischer Risikofaktoren unter einer kohlenhydratarmen, fettreicheren Ernährung in ärztlicher Betreuung. Ein direkter Nachweis für „Anti-Aging“ im Sinne verlangsamten biologischen Alterns wird jedoch nicht erbracht.