05.02.2016
Liebe ForumskollegInnen,
im Rahmen dieses Forums habe ich bereits gelegentlich erwähnt, dass ich unter einer Bewegungsstörung (cervikale Dystonie) leide. Ich tue dies u.a. deshalb, um Bewusstsein für dieses seltene Leiden zu schaffen.
Nachdem ich nunmehr von bereits drei Fachärzten für Neurologie den Hinweis bekommen habe, dass im Erwachsenenalter auftretende Dystonie in einer gewissen Anzahl der Fälle durch Medikamente (vornehmlich Neuroleptika) verursacht wird, habe ich weitere Internetrecherchen durchgeführt und bin nun zu der Überzeugung gekommen, dass ich zu dieser Patientengruppe gehöre. Ich bin während meiner Recherchen auch auf die Namen jener Präparate gestoßen, die mir über teils lange Zeiträume verordnet wurden.
Warum im Fall einer Soziophobie und gelegentlich damit verbundenen Depressionen überhaupt zur Medikamentengruppe der Neuroleptika gegriffen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis und meinem Verständnis. Ich wurde nie stationär behandelt. Neuroleptika werden vornehmlich in Psychiatrischen Abteilungen bei Psychosen eingesetzt und, bedauerlicher Weise, zur Ruhigstellung dementer Patienten im Pflegebereich.
Die Hersteller der Neuroleptika wissen von den gravierenden Nebenwirkungen, diese werden im Beipackzettel angeführt. Man darf davon ausgehen, dass auch die verschreibenden Ärzte davon wissen. Warum dann noch immer solche Medikamente derart "flächendeckend" verordnet werden, ist mir unverständlich, wo doch erwiesen ist, dass zumindest die meisten älteren Präparate dieser Medikamentengruppe schwere, irreversible, sozial stigmatisierende Gehirnschäden verursachen können.
Daher appelliere ich an alle Mitleser, die vielleicht gerade selbst ein solches Medikament einnehmen, sowie an all jene, die Angehörige in der Psychiatrie oder in Pflegeheimen haben, sich genau zu erkundigen (Internet ist hilfreich) und den Beipackzettel aufmerksam durchzulesen. Die dortigen Hinweise auf Nebenwirkungen muss man leider nur allzu ernst nehmen.
LG, Silvia