06.01.2026
Hallo zusammen,
es kann biologisch und evolutionär gesehen gar nicht sein, dass Frauen nach der Menopause innerhalb weniger Jahre brüchige Knochen bekommen. Wir gehören zu den wenigen Spezies, bei denen Frauen ihre fruchtbaren Jahre um (viele!) Jahrzehnte überleben. Wenn das mit körperlicher Hinfälligkeit verbunden wäre hätte sich das nie entwickeln und durchsetzen können. Zudem sind die körperlichen Beschwerden ein neues Phänomen und betreffen bei weitem nicht alle Frauen in allen Kulturen.
Ein Freund, noch keine 60 Jahre alt, ist schon 4 cm geschrumpft wegen Wirbeleinbrüchen, Osteoporose. Hätter er auch Östradiol supplementieren sollen? Er war jahrzehntelang Vegetarier und isst jetzt auch noch eher eiweißarm, hat zudem eine Schwäche für Süßes. Er radelt jeden Tag zur Arbeit, bewegt sich sonst aber eher wenig: ein weiterer Faktor, die Knochen brauchen Stöße, wie beim Gehen um nicht abzubauen.
Die fettarme Ernährung, die seit Jahrzehnten empfohlen wird und an die sich natürlich gerade auch gesundheitsbewußte Frauen, die schlank bleiben wollen gehalten haben, sorgt auch für Nährstoffmangel. Neben Sonne ist auch viel Cholesterin nötig für die Synthese von Vitamin D und aller Geschlechtshormone, also auch Östradiol.
Eine weitere Ursache für viele Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen, Schlafstörungen) ist Stress, der durch dauerhaft hohe Cortisol-Level den Hormonhaushalt durcheinanderbringt.
In der Menopause fallen nur die Eierstöcke als Östradiolquelle aus. Dieses Hormon wird aber u.a. auch vom Fettgewebe, den Nebennieren, in der Brust und sogar im Gehirn gebildet, wodurch der Mangel dann praktisch ausgeglichen wird (Elizabeth Bright: "Good Fat is good for Women - Menopause" sehr empfehlenswertes Buch). Auch Männer und Kinder bilden genug Östrogen für starke Knochen.
"Menopause ist eine Entwicklung, die dafür sorgt, dass Frauen ein gesundes, energiegeladenes mittleres und hohes Alter erleben können. Die Symptome, die viele Frauen erleben müssen, haben andere Ursachen." E. Bright
Ich hatte übrigens keine der üblichen Wechseljahresbeschwerden, auch keine Osteoporose. Trotz drei Kindern, langer Stillzeit und HighCarb-Mangelernährung. Aber Butter und Sahne habe ich immer geliebt und nie daran gespart.
Euch allen ein gesundes neues Jahr!
Uli