19.09.2017
Liebe Forumsmitglieder,
wir bitten um Tipps / Anregungen. Es geht um eine Krebserkrankung mit glücklichem Ausgang, aber dennoch einigen Problemen. Ich schildere kurz die Lage:
Bei meinem Schwager wurde vor 1 1/2 Jahren Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Lebermetastasen diagnostiziert. Wegen der Metastasen war keine OP möglich. Er bekam eine moderne, individualisierte Chemotherapie. Aus eigenem Antrieb ernährte er sich zusätzlich nach den Empfehlungen von Johannes Coy und Dr. Strunz strikt ketogen. Nach einem Drittel der geplanten Chemoserie ( drei Monate) stellte man fest, daß ein Aufbau der weißen Blutkörperchen nicht mehr notwendig war, und ein PET-Scan nach der Hälfte des geplanten Zyklus ergab, dass die Metastasen verschwunden sind, der Primärtumor schrumpft und alles inaktiv ist. Die Chemoserie wurde abgebrochen und der Primärtumor doch operiert. Dabei hat man ein Drittel der Bauchspeicheldrüse (unterer Bereich) entfernt und aus Sicherheitsgründen die Milz und einige Lymphknoten. Biopsie-Befund bei allen entfernten Teilen negativ. Mittlerweile schon zwei Kontrolluntersuchungen: Er ist krebsfrei.
Um keinen Rückfall zu riskieren ( und auch um abzunehmen und weil ihm lowcarb -Phasen früher immer gut taten), lebte er nach der OP weiterhin ketogen / lowcarb. Aber nun funktionierte es nicht mehr. Er hat trotz ketogener Ernährung hohe Blutzuckerwerte, vor allem der Nüchtern-Blutzucker am Morgen ist sehr hoch, und er fühlt sich müde und energielos. Sobald er etwas isst, sinkt paradoxerweise der Blutzucker. Außerdem nimmt er seit der OP ständig zu.
Seine Ärzte meinen nun, dass durch die OP die Blutzuckerregulation gestört ist. Die Bauchspeicheldrüse reagiere nicht auf Zucker im Blut, wohl aber auf Zucker im Magen. Isst er nun nichts (in der Nacht) oder ketogen, springt die Gluconeogenese an, die Leber produziert Zucker, aber viel zu viel, da das Stoppsignal "hoher Blutzucker" ja nicht funktioniert. Daher der hohe Nüchtern-Blutzucker am Morgen. Das könnte auch die Müdigkeit erklären, denn die Zuckerproduktion in der Leber ist anstrengend. Auch die Produktion von Ketonkörpern springt nicht an, auch nicht, wenn er viel Fett isst. Wenn er dagegen Süsses isst, sinkt der Blutzucker besonders schnell.
Wie soll er sich nun verhalten? Momentan gibt es bei ihm morgens Müsli mit Haferflocken, was als Krebsvorsorge ja eigentlich nicht ideal ist.
Wir freuen uns auf Antworten, vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Karin