Forum: Gesundheit - Spazieren gehen reduziert das Gesamtsterberisiko – fehlerhafte Schlussfolgerungen

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Roger 1540 Kommentare Angemeldet am: 18.04.2020

Hallo Carlos,

im Netz finde ich ständig spannende Neuigkeiten und die sanum-post Publikationen bzgl. der biologischen Medizin habe ich bereits bearbeitet. Wie berechnet man z.B. eine Kräutermischung (?): Die täglichen News sind für einen umfangreichen Personenkreis bestimmt und deshalb für viele Leser eine Bereicherung. Viele Grüße!

Roger

 

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Carlos 1221 Kommentare Angemeldet am: 18.12.2018

Inhaltlich habe ich mit der Überschrift keine Probleme. Dafür reicht der gesunde Menschenverstand und bedarf keiner Studien. 

Für meinen Geschmack sind solche news trivial. Solche Artikel findet man vermutlich ansonsten in der Rentnerbravo (Apothekenumschau). 

Des Weiteren sind die Ausführungen zum Low Carb völlig zusammenhanglos eingefügt worden. Die Art der Ernährung ist doch bei der Studie m.E. gar nicht untersucht worden. Hier geht es vermutlich um eine persönliche Anmerkung/Sicht des Autors.

Wenn Oliver mit seinen Ausführungen richtig liegt, ist es zum wiederholten Male eine selektive Wahrnehmung von Studien und wie beim Thema "Magnesium für gesunden Schlaf" gibt es Schlußfolgerungen, die aufgrund der jeweils zitierten Studie zumindest übertrieben oder sogar absurd erscheinen. 

Bei mir entsteht der Eindruck, dass die Vorgabe täglicher News nicht mehr sinnvoll mit Inhalt gefüllt werden kann. Eine reine Informationsflut hat keinen Nutzen und führt nur zur Verwirrung/Verunsicherung. 

Gestern habe ich ein Interview mit einem fitten 100 Jährigen gehört. Seine Lebensphilosophie orientiert sind an 4 L-

Laufen , also Bewegung

Liebe, also sich für etwas begeistern und interessieren, soziale Kontakte

Lesen, also das Gehirn beschäftigen und fordern.

Lachen, also Humor, Fröhlichkeit , Gelassenheit  

 

Früher waren die news doch kurz und knackig und für viele motivierend. 

 

Es ist andererseits schwierig jeden Tag etwas spannendes zu finden/ zu schreiben.   

 

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Oliver Adam 27 Kommentare Angemeldet am: 17.12.2020

So könnte eine angemessene Zusammenfassung lauten:

In dieser Studie bei Erwachsenen mit einer relativ niedrigen täglichen Schrittanzahl (≤ 8000 Schritte/Tag) waren längere zusammenhängende Gehphasen mit einem geringeren Risiko für Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert.

Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass neben der Gesamtmenge der Bewegung möglicherweise auch deren zeitliche Struktur eine Rolle spielt. Allerdings erlaubt das beobachtende Studiendesign keine kausalen Schlussfolgerungen. Insbesondere können Störvariablen und auch umgekehrte Kausalität nicht ausgeschlossen werden, wonach Personen mit einem besseren Gesundheitszustand eher in der Lage sind, längere zusammenhängende Gehphasen zu absolvieren.  

Zudem basiert die Studie auf einer einmaligen Erhebung über wenige Tage, sodass unklar bleibt, inwieweit sie das langfristige Bewegungsverhalten der Personen repräsentiert.

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Oliver Adam 27 Kommentare Angemeldet am: 17.12.2020

Hallo,

ich habe mir mal die Studie angeschaut.

Dabei zeigte sich, dass überhaupt keine »Spaziergänge« untersucht wurden. Stattdessen wurde mithilfe eines Hand-Accelerometers erfasst, wie sich alle täglichen Schritte im Alltag zeitlich verteilen. Die Einteilung erfolgte danach, ob der größte Anteil dieser Schritte in kurzen oder längeren Einheiten anfiel und nicht danach, ob jemand täglich bewusst spazieren geht. Es wurde vielmehr geprüft, ob eine Schrittanzahl eher in kurzen oder längeren Zeiteinheiten vorteilhaft waren.

Die Aktivität wurde nur ein einziges Mal (in einem Zeitraum von drei bis sieben Tagen) erhoben. Danach wurde geschaut, was mit den Personen acht Jahre später geschehen ist. Die Analyse tut jedoch so, als hätten alle Teilnehmer über Jahre hinweg täglich genau diese Gewohnheit beibehalten. Die Studienautoren selbst benennen diese einmalige Messung als Limitation.

Zudem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die lediglich Zusammenhänge, also Assoziationen bzw. Korrelationen, zeigt. Daraus wird hier jedoch eine klare Ursache-Wirkungs-Beziehung abgeleitet (»Spazieren gehen reduziert das Gesamtsterberisiko«). Das ist methodisch definitiv nicht zulässig. Es wäre beispielsweise ebenso plausibel, dass Menschen mit besserer Gesundheit überhaupt erst in der Lage sind, längere zusammenhängende Gehphasen zu absolvieren. Das Bewegungsmuster wäre dann eher ein Marker für Gesundheit als deren Ursache, also eine ungekehrte Kausalität.  

Die Analyse unterschlägt zudem, dass es um eine spezielle Teilgruppe ging. Die Studie schloss nämlich nur ältere Personen ein, die 8000 oder weniger Schritte pro Tag gingen. Es geht also nicht allgemein um »alle Menschen«. Die Verallgemeinerung im Text ist daher zu pauschal.

 

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