27.11.2019
Hallo,
ich habe mir als ich mit 18 Jahren mit dem Motorradfahren angefangen habe einen Orangspendeausweis geholt.
Zum Glück habe ich meine Motorradzeit gut überstanden - die Maschine ist weg, der Ausweis bleibt.
Ich habe einmal im Rahmen meiner Arbeit im Krankenhaus beobachten dürfen wie ein potentieller Spender vorbereitet wird bzw. geschaut wird ob er wirklich keine Lebenszeichen mehr zeigt.
Es war ein mehrköpfiges externes Ärzteteam anwesend
Da gibt es nicht nur ein EEG, welches in diesem Fall schon mehrfach! negativ ausgefallen ist.
Da werden auch regelmäßige, engmaschige Blutuntersuchungen ob sich bestimmte Stoffe im Blut anreichern (die sich nicht anreichern würden sollte es noch Atemtätigkeit in irgendeiner Form geben) mit einem auf jeder Intensivstation befindlichen Blutgasanalysegerät gemacht.
Die Konzentration der Stoffe im Blut hängt auch von der Körpertemperatur ab, welche ebenfalls überwacht wird. Nur ein toter Körper kühlt auf eine ganz bestimmte Art und Weise ab.
Die Temperatur bei Blutentnahme wird immer gemessen und im Analysegerät eingegeben. Einmal wurde die Temperatur nicht richtig übertragen, die Messung wurde sofort wiederholt.
Leider konnte ich nicht dabei bleiben, da die Arbeit wieder rief. Aber die ca. 15 Minuten die ich anwesend war, haben micht sehr beeindruckt.
Mit großer Sorgfalt, Professionalität und auch Respekt vor dem potentiellen Spender wurde hier vorgegangen.
Vielleicht war das auch ein erfreulicher Einzellfall, aber das hat nichts mit den Horrorgeschichten zu tun die uns ein rücksichtsloses Ausweiden von kaum dem Leben Entschwundenen suggerieren wollen.
Es wird immer und überall schwarze Schafe geben und natürlich habe ich Verständniss wenn sie jemand gegen die Entnahme seiner Organe nach dessen Tot entscheidet, aber es gibt extrem strenge Vorgaben in denen sich das Ganze abspielt und daher stehe ich zu meiner Entscheidung für einen Organspendeausweis.
LG Sue