06.06.2017
"Für diese Art von Journalismus gibt es ja heute den Fachbegriff „Fake-News“. Seit der US-Wahl vielen Millionen Menschen erstmals ins Bewusstsein gerückt worden. So weist der amerikanische Präsident ja unablässig auf die auf diesem Gebiet führende „New York Times“ hin. Soeben wieder im Spiegel abgedruckt, wie diese Zeitung 24 Stunden vor der Wahl dem neuen Präsidenten gerade mal 15% Chance eingeräumt hat. Solider Journalismus.
Dabei gar nicht mal so schlecht: Wallstreet-Journal nur 14%. Huffington Post nur 2% Chance am Tag vor der Wahl. Wie aus 2% plötzlich 100% werden können… entschuldigt hat sich keiner von denen. So macht man Meinung."
So so, ausgerechnet der amerikanische Präsident ist ist also ein valider Hinweisgeber auf die bei Fake NEws führende NYT. Da hat aber einer den Bock zum Gärtner gemacht!
Da kreidet Dr. Strunz doch tatsächlich der NYT an, dass sie die Chance, dass Donald Trump Präsident wird, mit "gerade einmal 15%" angegeben hat und DT trotzdem Präsident gewordent ist. Und das wird dann als Fake-News-führend gegeißelt und ironischer weise als "solider Journalismus" betietelt?!?
Stellen sich da tatsächlich nur mir die Nackenhaare auf?
Seit wann ist es Fake News oder schlechter Journalismus, wenn ein Ereignis, dem eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit attestiert wurde, trotzdem eintritt?
Wie kann man so herablassend fragen, "wie aus 2% plötzlich 100% werden können"? Was für ein Lügner, Scharlertan und Quacksalber muss dann ein Azt bloß sein, der einem Patienten eine 2%-15% Wahrscheinlichkeit für eine schwere Erkrankung einräumt und dieser Patient bekommt diese schwere Krankheit dann trotzdem; sozusagen 100%?
Eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit für ein Ereignis heißt eben nicht, dass dieses Ereignis garantiert nicht eintritt, sondern nur, dass es mit entsprechend großer Wahrscheinlichkeit nicht eintritt; aber trotzdem eintreten kann.
Soviel Statistik-Kenntnisse sollte ein studierter Physiker und Mediziner (in medizinischen Studien ist häufiger von prozentualen Wahrscheinlichkeiten die Rede) schon mitbringen!
Oder handelt es sich doch nur um einen billigen Versuch die eigene politisch-gesellschaftliche Weltsicht auf dem Rücken gesundheitlicher Themen zu transportieren?
Im Bereich soliden Journalismus' ist es jedenfalls üblich, nachträgliche inhaltliche Änderungen an Texten kenntlich zu machen.
Wenn man NYT, WSJ, Spiegel und Co mittlerweile ins Fake News Lager einordnen muss, wass soll man denn dann noch zu Informationszwecken lesen?
Breitbart? ZdG? Kopp Verlag?
Ich kann nur sagen: Schuster, bleib bei deinen Leisten!
LG,
Thorsten