Weltweit sind über 57 % der Kinder zwischen 3 und 6 Jahren von frühkindlicher Karies betroffen (Early Childhood Caries, kurz ECC).

In China zeigt sich die Situation besonders dramatisch: 71,9 % der Fünfjährigen haben bereits kariöse Zähne. Auch in Deutschland weisen etwa 44 % der 6- bis 7-jährigen Kinder Karies im Milchgebiss auf – also fast jedes zweite Kind.

Sobald das erste Zähnchen sichtbar ist, beginnt die Verantwortung der Eltern: zweimal täglich putzen, abends besonders gründlich – und vor allem Zucker reduzieren. Softdrinks sollten im Kinderalltag keine Rolle spielen, Säfte eine Ausnahme bleiben, und Nuckelflaschen mit süßen Getränken sind ein wesentlicher Risikofaktor, den es zu vermeiden gilt.

Dass Zahngesundheit aber auch schon vor der Geburt geprägt wird, darauf deuten Daten aus einer großen chinesischen Beobachtungsstudie der Zhejiang University mit 4.109 Mutter-Kind-Paaren hin.
Das Forschungsteam untersuchte den Vitamin-D-Status der Mütter in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft und analysierte später das Auftreten von ECC bei deren Kindern. Kinder von Müttern mit höheren 25(OH)D-Spiegeln erkrankten seltener und weniger schwer an frühkindlicher Karies als Gleichaltrige, deren Mütter niedrigere Vitamin-D-Werte aufwiesen.

Während viele werdende Mütter noch damit beschäftigt sind, ihre Gelüste zwischen Gurke, Schokolade und Räuchertofu zu sortieren, beginnt bereits die Zahnproduktion beim Fötus – ein Zeitraum, in dem Vitamin D als Schlüssel-Baustein im Calcium- und Phosphathaushalt die Qualität des entstehenden Zahnschmelzes maßgeblich beeinflusst. In den schmelz- und dentinbildenden Zellen, den Ameloblasten und Odontoblasten, finden sich besonders viele Vitamin-D-Rezeptoren. Fehlt Vitamin D, ist der Zahnschmelz so widerstandsfähig wie ein Regenschirm aus Löschpapier.

Die Studie zeigt eine statistisch signifikante Schutzwirkung höherer mütterlicher 25(OH)D-Spiegel: Sie senken nicht nur die Erkrankungshäufigkeit, sondern auch den Schweregrad der Karies im frühen Kindesalter. Die Forschenden empfehlen deshalb, Vitamin-D-Messungen und eine gezielte Supplementierung routinemäßig in die Schwangerschaftsvorsorge zu integrieren.

Wann kommen wir bloß in Deutschland zu dieser Empfehlung?


Originalpublikation:
Xu N, Chen Z, Wang B, et al. Vitamin D Levels During Pregnancy and Dental Caries in Offspring. JAMA Netw Open. 2025;8(12):e2546166. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.46166


Über die Autorin:


"Die Biologin Ursula Bien, Jahrgang 1963, ging nach ihrer Zeit am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich in die Pharmaindustrie und war zuletzt 15 Jahre lang Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei immer im Bereich der Hämatologie und Onkologie (Blutkrebs, Stammzelltransplantation, Tumore). Motiviert durch Fragen krebskranker Patienten, begann sie sich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren zu beschäftigen. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung als Heilpraktikerin und bildete sich über viele Jahre intensiv zu den Themen orthomolekulare Medizin und Ernährungsmedizin weiter. Nicht zuletzt durch den wissenschaftlichen Austausch mit Dr. med. Ulrich Strunz fand sie zum Thema Epigenetik und Bluttuning. Mittlerweile gibt sie die „Strunzsche Philosophie“ in eigener Praxis voller Überzeugung auch an ihre Patienten weiter.
Das sagt sie selbst zu ihrer Tätigkeit:

„So sinnvoll die Schulmedizin in vielen Bereichen auch ist, darf es bei chronischen Erkrankungen nicht das Ziel sein, Symptome zu unterdrücken. Es gilt, die Ursachen einer Erkrankung zu finden und abzustellen. Was durch Ernährungsumstellung, gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe und Bewegung erreicht werden kann, ist immer wieder verblüffend. Ich bin Dr. Strunz für das, was ich von ihm lernen durfte unendlich dankbar und freue mich für jeden Menschen, der am eigenen Leibe erfahren darf, dass manche Krankheiten nicht nur Schicksal sind.“


Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Dipl. Biol. Ursula Bien.