23.08.2018
Hallo Stefan.
Warum ich den Glucosebedarf an der Gluconeogenese fest mache? Klingt doch logisch: Der Körper nutzt die GNG wenn zu wenig Glucose vorliegt. Maximale Leistung der GNG 180g/Tag. Heisst für mich, unter besagten 180g greift die GNG ein.
Wie kommst du darauf, dass 80g/Tag das Minimum darstellen?
Du schreibst, bei 30% Carbverwertung komm ich nicht in die Fettanpassung.
Ok, ich komm nicht in die Ketose, aber trotzdem verbrenne ich Fette. Wäre das nicht der Fall, würden die aufgenommenen und dann gespeicherten Fett dafür sorgen, das ich kontinuierlich dicker werde. Werde ich aber nicht, wiege seit 30 Jahren dasselbe, eher 1 bis 2 kg weniger. Der Fettanteil ist auch nahezu identisch zum Muskelanteil.
Meine Frage: warum sollte der Körper permanent Fette verwerten. Carbs dienen nicht nur als Brennstoff. Mein Gehirn soll auch nicht auf Ketonkörpern laufen, dazu müsste ich in die Ketose und das will ich nicht.
An Huland:
Ich halte es nicht für sinnvoll, wenn der Körper zur morgentlichen Glucoseproduktion in die GNG muss. Deswegen präferiere ich auch etwas mehr Carbs, als hier im Forum als optimal gilt. Darum ess ich auch gern ein wenig Obst. Die enthaltende Fructose wird in der Leber gespeichert und steht dann morgens statt der GNG zur Glucoseherstellung zur Verfügung. Cortisol wir morgerns eh ausgeschüütet und soll die Glucoseproduktion anregen. Warum sollte der Körper dann auf Eiweiss zurückgreifen, wenn es am einfachsten mit Fructose/oder gespeicherter Glucose zu bewerkstelligen ist?
Du schreibst: Eine physiologische Insulinresistenz verursacht durch LC halte ich derzeit für sehr sehr unwahrscheinlich, lasse mich aber gerne ob des Gegenteils überzeugen.
Ich halte eher das Gegenteil für wahrscheinlich: erhöhte Glukose-Sensitivität durch ausbringen von mehr Glucoserezeptoren.
Das seh ich anders. Low carb ist die Ursache für die physiol. Insulinresistenz. Sicher wird die Sensitivität nicht erhöht, durch Vermehrung von Glucoserezeptoren. Das Gegenteil wird der Fall sein. Mangels Anforderung, werden die Rezeptoren eher zurückgehen.
Meine persönliche Meinung. Ich lass mich gern vom Gegenteil überzeugen.
Und weiter:Das primäre Verbrauchen von Glucose und dem wegschmeissen der Ketonkörper könnte man auch so deuten, dass die erhöhte Glucose so dermassen dringend weg muss, dass der Körper dazu sogar Ketonkörper wegschmeisst
Es ist immer noch so, dass die Ketose das Notprogramm dartellt. Sollte dieses nicht mehr benötigt werden, wird es abgestellt. Ketonkörper sind eben nicht die erste Wahl der Energiebereitstellung!
Abschliessend: Warum sollte die permanente, optimale Fettverwertung, auf Kosten der Glucoseverwertung das Ziel sein? Ich möchte beide Macronährstoffe optimal verstoffwechselt haben! Un das erreicht ich nicht damit, indem ich einen der beiden SToffe kaum noch nutze.