08.04.2016
Hallo,
ich kenne nur die Studien von den Rettungsschwimmern in Israel (AFAIR bis zu 90 ng/ml, deine Quelle für die Rettungsschwimmer in Florida würde mich sehr interessieren!)...und die haben doppelt so viel von aktivem Vitamin D (Cholecalciferol) wie die vom Alter her gleiche Normalbevölkerung- und dafür eben mal20x so oft Nierensteine wie diese.....
http://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-1-4615-9167-2_51#page-1
Blöd sowas!
Und bloß weil du einzelne(!) Ausreisser in einer Normalverteilung ("bei deutschen rentnern in thailand werden 90 ng gemessen") dir rauspickst und diese anschließend zur Norm erklärst (haben das alle deutschen Rentner in Thailand? Haben das die Einheimischen?) macht diese Ausreisser trotz allem nicht normal.
Nur weil Ralf Schuhmacher und Sebastian Vettel (=die Ausreißer am Ende der Nomalverteilung) die kurvige Landstraße bei dir mit 190 km/h in optimierten Karosserien schaffen heisst ja noch lange nicht, dass du, dein Nachbar und die Lehrerin deines Kindes (=die breite Mitte der Nomalverteilung) dort mit 90 km/h im Corsa es auch schaffen werrden. Oder dass sie nicht ins Schwitzen kommen und nicht bereits bei 120 km/h ins Schleudern und danach an den Baum geraten.
Aber ausgerechnet beim Vitamin D-Spiegel soll es jetzt anders sein- bei einem Vitamin, das eher wie ein Hormon wirkt und das der Körper bei Überschuss nicht ausscheiden kann? Ein Überschuss der Speicherform wird normalerweise durch mehrere Rückkopplungsschleifen, die du mit NEM brichst, verhindert. Oder indem du deine mitteleuropäische DNA, die ja deine Hautfarbe und somit UVB-Aufnahme und D-Synthese regulierst, auf einmal ganzjährig in die Tropen verpflanzt?
Wenn 100 ng/ml und mehr so toll wären: wieso zum Henker hat die Evolution das Melanin (dunkle Hautfarbe) und diese Rückkopplungsschleifen, die ein zu starkes Ansteigen des 25OHD verhindern, überhaupt finden müssen?
Ich finde diese hohen Vitamin-D-Werte, die viele auf einmal anstreben, dumm und unüberlegt. Wenn analog bei einem anderen Hormon, beim Testosteronmangel (Optimalbereich für junge Männer so zwischen 20 und 30 nmol/l), viele mit einem bisherigen Mangel anstatt den Optimalbereich durch Supplemtierung anzustreben, schreien würden: "Nimm gleich 40", "Ach was, 60 nmol/l sind besser, 70 geht auch noch"...dann würde jeder diesen Unsinn durchschauen. Nur beim (Pro)hormon D ist es auf einmal le derniere cri und jeder hält deswegen sich für superschlau und möchte den anderen noch überbieten.
Und das Beste: beim Testosteron versteht man ja noch, dass es zwei Geschlechter gibt und somit zwei unterschiedliche Optimalbereiche existieren. Und dass wenn es beim Mann 20 nmol/l noch optimal sind diese bei der Frau...hüstel..suboptimal sein könnten hat sich auch schon allgemein durchgesetzt.
Aber dass es diese unterschiedliche Optimalbereiche analog beim Vitamin D auch gibt (verschiedene Hautfarben und verschiedene Vitamin-D-Rezeptorendichte in der Zelle, die einen unterschiedlich benötigte D-Menge bei gleicher Wirkung bedingen. Dies hat sich als evolutionäre Anpassung an die lokale Nische ergeben) weiss ja schon keiner mehr...aber one size fits all!
PS: diese Überlegung gilt u.a. nicht bei Autoimmunerkrankungen, diese schliesse ich bei diesen Überlegungen aus. Das wäre dann pathologisch und eben nicht wie hier geschrieben preventologisch und im physiologischen Rahmen.