Forum: Ernährung - Carnivore Diet / Mikrobiom
Guten Morgen in die Runde,
habe gestern noch vom Carnivore Kongress in 2019 gelernt, dass wir keine Rezeptoren für Neu5Dingsbums mehr haben. Und was wir bei all der Wissenschaft, wo ich auch sehr affin zu bin, nicht ignorieren sollten. Es gibt eine verdammt hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir uns seit 3 MIO Jahren fast ausschliesslich von Fleisch (mit Notfall-Fallback Gemüse...Obst gab es nur sehr sehr selten) ernährt haben. 3 MIO Jahren - ca. 12.000, bei "uns" in "Deutschland" auch erst 4000 Jahre, wo Getreide angebaut wurde.
So...was gestern aber sehr interessant war. Der Vortrag auf vom Carnivore Kongress 2019 von einem Prof. der Biologie zu Pflanzenabwehrstoffen. Denn Gundry erzählt nur einen Bruchteil der Wahrheit. Und nach dem Vortrag gehen doch gewisse Warnlampen an!
Es gibt nicht nur Gluten und Lectin. Das sind die beiden bekannten Player.
Es gibt Oxalatsäure, Phytinsäure...die haben wir hier auch schon diskutiert.
Aber es gibt auch: Glykoalcoloids, Goitrogens, Cyanogenic Glykosides und: Protease Inhibitors.
Ist das nicht genial schlecht: Pflanzen haben Protein-Verdauungshemmer, die unser Trypsin hemmen, u.a. in:
Bohnen, hauptsächlich wieder Soja; Kiwi, Ananas (!), Papaya, Banane, Feigen und Äpfel.
Wie auch in Weiskohl, Potato, Tomaten und Gurken.
...und dann gibt es auch noch: Saponins, Salicylates und Flavonoide. Letzte können zB Hormone hemmen.
Whow...da kannte ich doch einige durchaus von nicht. Der gute Prof. meinte dann aber auch: Wir Menschen sind unterschiedlich im Abbauen dieser Chemikalien. Denn das ist es: Eine Schutzchemikalie...allerdings nicht gegen uns gerichtet, sondern hauptsächlich gegen Pilze. Nur sind wir auf zelluläre Ebene leider sehr ähnlich aufgestellt, Thema mTor, Hormone, ...
Tja...ein anderer Doc stellt es so dar: Der Anteil an pflanzlicher Nahrung, den wir vertragen, ist individuell. Und da sind wir dann schnell bei meiner ganzen Arbeit zum Thema Entgiftung von Schwermetallen. Das ist auch absolut indiviuell...
VG,
Robert
Klar werden Beiträge gelöscht. Brauchst nur einen mItkonkurenten hier nennen und schon ist der Beitrag weg bzw. der Name. Ergibt dann sinnlose Kommentare.
Beiträge werden gelöscht?
Ich bin gerade dabei, eine ausführliche Vorschau des Buches "ketogen kochen" von Maria Kemmrich anzuschauen.
Zur Diskussion stellen möchte ich folgende Passage daraus (kursiv und fett durch micht):
"BEWEGUNG TUT IHNEN GUT!
In Bezug auf die Gesundheit ist Bewegung genauso wichtig wie die Ernährung. Ihr Körper profitiert bereits von einem einfachen Spaziergang nach dem Essen. Die meisten Menschen denken irrtümlicherweise, sie müssten Sport treiben, um dank des so erreichten Kaloriendefizits abnehmen zu können. Wichtiger ist jedoch, dass Bewegung die Insulinsensitivität verbessert und so dabei hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und das Risiko für Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs und andere gesundheitliche Probleme zu senken."
... spazieren gehen nach dem Essen.
Eine eigentlich alte Weisheit, wenn man sich der etlichen Sprüchlein erinnert, die es dazu gibt. ;-)
Ist dieses sich-nach-dem-Essen bewegen noch aktuell? Teilweise kenne ich es so, dass man nach dem Essen Ruhe geben sollte, weil sonst die Verdauung gestört wird durch Aktivitäten.
Es geht hier nicht um den kleinen Shake vor dem Training.
Wer weiß den aktuellen Stand?
Danke, Gundula.
Hallo Tabea,
"Carnivore Diät = alter Wein in neuen Schläuchen, sprich: Atkins lässt grüßen."
Das ist nicht ganz richtig. Atkins war keto; aber er hat keine Vorgabe zum Fett gemacht. Bei Atkins konntest Du auch becherweise Sahne in Dich reinkippen. Oder kiloweise Butter.
Bei Carnivore gilt: Keine Milchprodukte.
Und Fett: Wenn es geht, nur tierisches Fett. Das werde ich jedoch anders handhaben, da ich Olivenöl über alles mag.
Ich werde auch weiterhin Oliven essen.
Wenn Ihr Lust habt, schaut Euch mal die Beiträge zum Carnivore Congress 2019 an. Da gibt es viele Aha-Momente. Frei auf YT.
VG,
Robert
@Gundula K.
Das Buch von Olga Förtsch ist eine gute Idee; das werde ich mir auch mal besorgen! :-)
Kennt ihr das Buch von Dr. Gundry: Böses Gemüse. Das kann ich nur empfehlen zu lesen. Das hat mir die Augen geöffnet in Sachen Lektinfreie Ernährung. Er erklärt alle Zusammenhänge sehr detailliert aber einfach zu verstehen und mit viel Humor. Mit vielen Erfahrungsberichten; ähnlich wie Dr. Strunz. Der Titel ist allerdings auch irreführend; da er schon propagiert viel Gemüse zu essen; aber eben lektinfreies. Er ist auch ein großer Rezepteil mit dabei. Und grade erst ist auch sein zusätzliches Rezeptebuch rausgekommen. Außerdem hat er einen tollen und informativen eigenen Youtube-Kanal!
LG, Ingrid
P.S.: Kennt ihr das Buch von Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse? Hat nichts mit Carnivorer Ernährung zu tun, sondern ist ein sehr lustiger Roman.
Mein Gemüse ist: (giftiges) Kokosöl, Nüsse, Oliven und Avocado... :-)
Man muss immer wissen, wann zuviel zuviel ist.
Auf Teufel komm raus etwas durchführen zu wollen, nur weil es andere so gemacht/gekonnt haben, ist kontraproduktiv. Es ist lediglich ein Anhaltspunkt, mehr nicht.
Aus mir wird niemals ein Marathonläufer, nur weil Dr. Strunz das zigfach selbst bewiesen hat, sozusagen aus dem Nichts heraus. Will ich nicht, ist nicht mein Ding.
Und das ist eben die Kunst, das mit aller Macht Gewünschte vom sinnvoll Machbaren zu unterscheiden.
Gruß Gundula
@Tabea
ist ja nicht schlimm, daß die Carnivore oder Ketogene Ernährung nichts neues ist. In Zeiten in denen die Menschen verzweiffelt auf der Suche nach einer Ernährung sind, die sie gesunden lassen, werden eben auch althergebrachte oder vergessene Ernährungsformen wiedergefunden.
LG, Ingrid
@Albrecht B.
... irgendwas muß man ja essen. Wir können ja nicht nur von Luft und Liebe leben. Und wenn Gemüse, Getreide und Co wegen Lektinen nicht infrage kommen und wir auch nicht nur von Eiweiß leben können; dann bleibt ja nur noch Fleisch übrig...
Gruß, Ingrid
Die schlanke Jeans ist übrigens nicht alles. Mir hat sie eine dysfunktionale Schilddrüse eingebracht und Hormonmangel.. Leider war NEMS damals für mich noch ein Fremdwort.