Diese propagierte Mittelmeerdiät ist ein künstliches Konstrukt. wie sich das entwickelt hat, ist bei Nina Teicholz nachzulesen. Den Forschern damals, allen voran A. Keys, hat es am schönen sonnigen Mittelmeer gefallen - und dann haben sie (teilweise) die Diät der Menschen während der Fastenzeit als normal aufgefasst.
Wer hat denn je am Mittelmeer Vollkorn oder Quinoa als traditionelles Lebensmittel gegessen? Dafür kommt in die traditionelle Bolognese Rinderbrühe, Butter und Hühnerleber und in Risotto alla milanese gehört nicht nur Rinderbrühe, sondern auch Knochenmark.
Und dann, was ist denn viel Eiweiß? Wir essen inzwischen - gefühlt - fast nur Eiweiß mit Gemüse und Fett und meist nur zwei Mahlzeiten. Und wenn ich zusammenzähle komme ich oft eben nur auf die 0,8 g/kg Körpergewicht. Nur wenn es richtig Fleisch gibt, Steak, Lammkotelet oder Braten (2-3x /Woche), und nicht nur Käse oder ein bißchen Fisch dann komme ich auf etwa 1 - 1,2 g/kg Kg. Bei meinem Mann, der 15 kg mehr wiegt als ich, ist es dann kaum höher als 1g/kg. Und das wird allgemein als angemessen oder moderat bezeichnet. Außer natürlich man hört auf Vegetarier/Veganer, die meinen 30 g pro Tag seien genug. Das war jahrzehntelang ungefähr meine Dosis. Ich wußte nicht, wieviel besser es mir gehen könnte, bei guter Proteinversorgung!
Und der Doc hat eben auch seine kleinen blinden Flecke, z.B. besteht das Immunsystem eben nicht nur aus Eiweiß, sondern auch aus Fett, jede Immunzelle braucht eine Zellmembran in der optimalen Fettmischung. Ich habe aus der Stadtbibliothek zuerst seine alten Bücher gelesen und es ist beeindruckend, wieviel er in den letzten Jahrzehnten dazugelernt hat. Unter den deutschsprachigen Büchern gehören seine zu den Lichtblicken, eben auch weil sie Menschen zugänglich sind, die vor englischen 500 Seiten-Wälzern zurückschrecken.